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telc B2 Beruf (DTB B2) · Mündliche Prüfung Teil 2

Mündliche Prüfung Teil 2: Gespräch mit Kollegen, Meinung & Partner-Interaktion

Aktualisiert: ·

Warum Monologe im Pausengespräch nichts bringen: lockere Gesprächsführung in der Du-Form, freundliches Widersprechen, schwierige Partnerszenarien und ein Musterdialog für die ca. 3 Minuten in Teil 2.

13 Min. Lesezeit• Abgeglichen mit den offiziellen DTB-B2-Übungstests (telc)
telc B2 Beruf Mündliche Prüfung Teil 2: Gespräch mit Kollegen
Mündliche Prüfung B2 Beruf: ca. 3 Minuten Gespräch mit Kollegen

Auf einen Blick: Die Spielregeln von Teil 2

Ca. 3 Minuten Gespräch mit Kollegen in der Pause, Du-Form, keine Vorbereitungszeit.
Erzählen, nachfragen, reagieren – Redezeit fair teilen, keine Monologe.
Unterschiedliche Meinungen sind erlaubt: In Teil 2 ist keine Einigung nötig.
Sprechen: maximal 60 von 240 Punkten; bestanden ist die Prüfung mit mind. 144 insgesamt und 36 in mind. drei Fertigkeiten (eine schwächere mit 24–35 wird ausgeglichen).

Worauf kommt es in Teil 2 an?

Bewertet wird nach den vier Kriterien des DTB B2; für Kriterium I gibt es in Teil 2 bis zu 8 Punkte. Darunter unsere Tipps für das Gespräch mit Kollegen.

KriteriumPunkte
I Kommunikative Aufgabenbewältigungje Prüfungsteil höchstens:
  • Teil 1A: 5
  • Teil 1B: 5
  • Teil 1C: 2
  • Teil 2: 8
  • Teil 3: 10
zusammen bis 30
II Kommunikative GestaltungII–IV zusammen bis 30
III Formale Richtigkeit
IV Spektrum sprachlicher Mittel
Sprechen gesamt: bis 60 von 240 Punkten

Quelle: Bewertungskriterien und Punkte im offiziellen DTB-B2-Übungstest (telc, herausgegeben vom BAMF).

Unser Tipp: Wortschatz01

Wortschatzspektrum & Sprechflüssigkeit

Es kommt darauf an, dass Sie sich differenziert zu Themen aus dem Arbeitsalltag äußern können, ohne ständig nach Wörtern suchen zu müssen – im lockeren, aber korrekten Ton unter Kollegen.

Do's (Punkte-Bringer):
  • Präzise Fachtermini einsetzen (z. B. „Betriebsvereinbarung“, „Rentabilität“, „Ressourcenverteilung“).
  • Umschreibungen nutzen, falls ein spezifisches deutsches Wort im Moment fehlt.
  • Ein flüssiges, natürliches Sprechtempo ohne überlange Denkpausen halten.
Don'ts (Punktabzug):
  • Keine ständige Wiederholung derselben einfachen Verben wie „machen“, „haben“ oder „gut finden“.
  • Keine Füllwörter aus der Muttersprache oder langes Schweigen („ähhh... ja... ähhh“).
Unser Tipp: Aufgabe & Interaktion02

Gesprächsführung, Turn-Taking & Reaktion

Dieser Bereich ist das Herzstück von Teil 2. Es zählt, wie aktiv Sie das Gespräch gestalten: Gehen Sie auf das ein, was Ihr Partner erzählt? Stellen Sie Nachfragen? Bringen Sie eigene Erfahrungen ein? Eine Einigung ist in Teil 2 nicht nötig.

Do's (Punkte-Bringer):
  • Aussagen des Partners direkt aufgreifen („Du hast vorhin erzählt, dass...“).
  • Offene Fragen in der Du-Form stellen, um den Partner aktiv einzubinden.
  • Eigene Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag einbringen und kurz begründen.
Don'ts (Punktabzug):
  • Keinen Monolog von mehr als einer Minute halten – das Gespräch dauert insgesamt nur ca. 3 Minuten.
  • Den Partner nicht einfach ignorieren und zusammenhanglos das eigene Thema abspulen.
Unser Tipp: Grammatik03

Grammatikalische Strukturen & Nebensatz-Syntax

Geprüft wird die Beherrschung der B2-Grammatik: Sichere Verbstellung in Haupt- und Nebensätzen, korrekter Kasus nach Präpositionen und der sichere Einsatz von Konjunktiv II für höfliche Vorschläge.

Do's (Punkte-Bringer):
  • Konjunktiv II für diplomatische Vorschläge nutzen („Ich würde vorschlagen, dass...“, „Wir könnten...“).
  • Verbendstellung in Nebensätzen mit „weil“, „dass“, „obwohl“ strikt einhalten.
  • Zweiteilige Konnektoren einbauen („einerseits ... andererseits“).
Don'ts (Punktabzug):
  • Kein falscher Satzbau bei „weil“ (z. B. niemals „weil ich glaube nicht“ sagen).
  • Nicht in primitiver Hauptsatz-Aneinanderreihung verharren.
Unser Tipp: Aussprache04

Klarheit, Satzmelodie & Wortakzent

Niemand verlangt akzentfreies Deutsch wie ein Muttersprachler. Entscheidend ist, dass Sie klar verständlich sprechen, deutsche Wortakzente richtig setzen und durch passende Satzmelodie Interesse signalisieren.

Do's (Punkte-Bringer):
  • Lange und kurze Vokale deutlich unterscheiden (z. B. „bieten“ vs. „bitten“).
  • Fragen mit ansteigender Melodie betonen.
  • Deutlich artikulieren und Blickkontakt zum Partner halten.
Don'ts (Punktabzug):
  • Nicht in den Tisch nuscheln oder die Hand vor den Mund halten.
  • Nicht monoton ohne jede Satzmelodie sprechen.

Was tun, wenn der Prüfungspartner schwierig ist?

So reagieren Sie gelassen auf schwierige Gesprächssituationen im Pausengespräch.

1Prüfungsfalle 1: Der Monologisierer

Der dominante Partner (Dauersprecher)

Ihr Prüfungspartner erzählt ohne Punkt und Komma und lässt Sie im Pausengespräch kaum zu Wort kommen. Sie sitzen daneben und fürchten, mangels Redezeit Punkte zu verlieren.

Worauf es hier ankommt:Unser Tipp: Wer nur zuhört, zeigt wenig von seinem Können. Steigen Sie freundlich, aber bestimmt ein – im lockeren Ton unter Kollegen.
So können Sie reagieren:

„Moment, darf ich da kurz was sagen? Das finde ich spannend – bei uns läuft das nämlich ganz anders…“

Mit kurzer Handgeste signalisieren und direkt an das Gesagte anknüpfen. So bleibt das Gespräch freundlich.
2Prüfungsfalle 2: Die Schweigespirale

Der passive oder blockierte Partner (Blackout)

Ihr Partner ist extrem nervös, stockt, antwortet nur mit einsilbigem „Ja“ oder „Genau“ und starrt auf das Aufgabenblatt. Es entsteht eine quälende Stille.

Worauf es hier ankommt:Unser Tipp: Übernehmen Sie keinesfalls das Gespräch mit einem langen Monolog! Helfen Sie dem Partner mit offenen W-Fragen in der Du-Form – so entsteht wieder ein echtes Gespräch.
So können Sie reagieren:

„Und wie ist das bei dir? Was hast du in deiner Abteilung damit für Erfahrungen gemacht?“

Offene Fragen bringen den Partner dazu, ganze Sätze zu sprechen, und befreien ihn aus der Ja/Nein-Falle.
3Prüfungsfalle 3: Der Einigungszwang

Unterschiedliche Meinungen – und das ist in Ordnung

Sie und Ihr Partner sehen ein Thema ganz unterschiedlich. Sie haben Angst, dass das Gespräch scheitert, weil Sie sich nicht einigen.

Worauf es hier ankommt:Unser Tipp: Teil 2 ist ein lockeres Gespräch unter Kollegen – eine Einigung ist nicht nötig. Wichtig ist, dass Sie aufeinander eingehen, nachfragen und Ihre Meinung begründen.
So können Sie reagieren:

„Okay, da sehen wir das einfach unterschiedlich. Aber ich verstehe deinen Punkt – bei dir im Lager ist die Situation ja auch ganz anders.“

Zeigt Verständnis für die andere Meinung, ohne die eigene aufzugeben – genau richtig für das Pausengespräch.

Welche Redemittel brauchen Sie für das Gespräch mit Kollegen?

Lockere Phrasen in der Du-Form zum Erzählen, Widersprechen, Nachfragen und Reagieren.

1. Erzählen & Meinung sagen

Lockere Einstiege für das ca. 3-minütige Gespräch mit Kollegen in der Du-Form.

„Also, bei mir ist das so: Ich arbeite seit zwei Jahren im Schichtdienst, und ehrlich gesagt finde ich das ziemlich anstrengend.“

Persönlich und konkret einsteigen – ideal für Teil 2.

„Ich finde, flexible Arbeitszeiten machen vieles leichter, weil man Familie und Job besser unter einen Hut bekommt.“

Meinung + Begründung mit „weil“ (Verb am Ende).

2. Freundlich widersprechen

Niemals schroff „Nein, das ist falsch“ sagen! Erst kurz zustimmen, dann die eigene Sicht – unterschiedliche Meinungen dürfen stehen bleiben.

„Da hast du schon recht, aber man muss auch sehen, dass so ein Modell erst mal viel Organisation braucht.“

Diplomatisch widersprechen in der Du-Form.

„Ich verstehe, was du meinst, aber bei uns im Team habe ich das ganz anders erlebt.“

Verständnis zeigen und eigene Erfahrung dagegenstellen.

3. Nachfragen & reagieren (Interaktion)

So halten Sie das Gespräch am Laufen und binden Ihren Partner ein.

„Welche Erfahrungen hast du in deinem Bereich damit gemacht?“

Gibt dem Partner eine einfache Vorlage für eigene Beiträge.

„Echt? Das wusste ich gar nicht. Und wie hat dein Chef darauf reagiert?“

Interesse zeigen und mit einer Anschlussfrage weiterführen.

Vollständiges Beispieldialog-Skript

Musterdialog für Teil 2 (ca. 3 Minuten): ein Pausengespräch unter Kollegen mit unterschiedlichen Meinungen.

Gesprächsthema in der Pause: Wie findet ihr eine 4-Tage-Woche? Kandidat A: „Hey Tom, hast du schon gehört? In der Firma von meiner Schwester gibt es jetzt eine 4-Tage-Woche. Wie fändest du das bei uns?“ Kandidat B: „Echt? Klingt erst mal super – ein langes Wochenende jede Woche! Aber ehrlich gesagt bin ich skeptisch. Bei uns im Kundenservice müssen ja auch freitags Leute da sein. Wie soll das funktionieren?“ Kandidat A: „Stimmt, das ist ein Punkt. Bei meiner Schwester arbeitet nicht das ganze Team am selben Tag frei. Die einen haben montags frei, die anderen freitags. Sie sagt, sie ist viel entspannter seitdem. Wie ist das bei dir – wärst du bereit, dafür länger am Tag zu arbeiten?“ Kandidat B: „Hm, zehn Stunden am Tag? Das wäre mir zu viel, ich habe zwei kleine Kinder und muss sie um fünf von der Kita abholen. Für mich wären flexible Arbeitszeiten wichtiger als ein freier Tag.“ Kandidat A: „Das verstehe ich gut. Mir persönlich würde der freie Tag mehr bringen, weil ich eine lange Anfahrt habe. Aber das ist wohl bei jedem anders.“ Kandidat B: „Genau, da sehen wir das einfach unterschiedlich. Vielleicht wäre es am besten, wenn jeder ein bisschen wählen könnte. Erzähl mal, wie hat deine Schwester das eigentlich ihrem Chef vorgeschlagen?“ Kandidat A: „Das war gar nicht ihre Idee, das kam von der Geschäftsführung. Die wollten neue Fachkräfte gewinnen. Wollen wir nachher in der Mittagspause weiterreden? Ich muss gleich ins Meeting.“
Warum dieser Dialog funktioniert:Beide erzählen, fragen nach und reagieren aufeinander – in der Du-Form und ohne Monologe. Die Meinungen bleiben unterschiedlich („da sehen wir das einfach unterschiedlich“), und das ist in Teil 2 völlig in Ordnung: Eine Einigung ist nicht nötig.

Interaktiver Sprech-Check: Wie gut ist Ihre Interaktionskompetenz?

4 praxisnahe Fragen zu Ablauf, Gesprächston und Bewertung.

1. Wie sollten Sie sich verhalten, wenn Ihr Partner im Pausengespräch (Teil 2) ohne Pause redet?

2. Was ist das Hauptziel von Teil 2 der mündlichen Prüfung?

3. Wie viele Punkte bringt Sprechen bei telc B2 Beruf, und wann ist die Prüfung bestanden?

4. Welche Redewendung eignet sich im Pausengespräch am besten, um freundlich zu widersprechen?

Häufige Fragen

Wie lange dauert Teil 2 der mündlichen Prüfung?

Teil 2 dauert ca. 3 Minuten. Sie unterhalten sich mit Ihrem Partner wie mit Kolleginnen und Kollegen in der Pause, in der Du-Form. Für die Aufgabenbewältigung in Teil 2 gibt es bis zu 8 Punkte; dazu kommt die sprachliche Bewertung der ganzen mündlichen Prüfung.

Was passiert, wenn mein Partner fast kein Deutsch spricht?

Keine Sorge: Sie werden nicht für die Fehler oder die Schwäche Ihres Partners bestraft. Wenn Sie Ihren Partner freundlich unterstützen, einfache Fragen stellen („Und wie ist das bei dir?“) und das Gespräch am Laufen halten, zeigen Sie genau die Interaktionsfähigkeit, die bewertet wird.

Gibt es vor Teil 2 eine Vorbereitungszeit?

Nein. In der mündlichen Prüfung telc B2 Beruf (DTB B2) gibt es keine Vorbereitungszeit. Die Fragen für das Gespräch stehen auf dem Aufgabenblatt in der Du-Form; Sie beginnen direkt. Üben Sie deshalb vorher typische Pausenthemen wie Arbeitszeiten, Weiterbildung oder Kantine.

Müssen wir uns am Ende von Teil 2 einigen?

Nein. Teil 2 ist ein lockeres Gespräch unter Kollegen – eine Einigung ist nicht nötig, unterschiedliche Meinungen dürfen stehen bleiben. Anders in Teil 3: Dort lösen Sie gemeinsam ein Problem und klären, was zu tun ist und wer welche Aufgabe übernimmt.

Wie viele Punkte braucht man im Sprechen bei telc B2 Beruf?

Sprechen bringt maximal 60 von 240 Punkten; Ziel sind mindestens 36. Bestanden ist, wer insgesamt mindestens 144 von 240 Punkten erreicht und in mindestens drei der vier Fertigkeiten mindestens 36 von 60 Punkten hat; eine schwächere Fertigkeit wird ausgeglichen, wenn sie 24–35 Punkte hat.

Wie lange dauert die mündliche Prüfung insgesamt?

Etwa 16 Minuten pro Paar, ohne Vorbereitungszeit: Teil 1A ca. 2 Minuten pro Person, 1B ca. 2 Minuten Fragen der Prüfenden, 1C ca. ½ Minute, Teil 2 ca. 3 Minuten Gespräch mit Kollegen und Teil 3 ca. 4 Minuten Lösungswege diskutieren.

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