Fachsprachprüfung in Halle (Saale): vier Teile, etwa zwei Stunden — Arzt-Patienten-Gespräch, Dokumentation, Arztbrief, Arzt-Arzt-Gespräch.
Aufbau und Übungsformen
Teil 1 · Arzt-Patienten-Gespräch (20 Min.)
Anamnese-Aufbau: Bringen Sie die Abschnitte der Anamnese in die richtige Reihenfolge.
Anamnese im Gespräch: Der Patient antwortet, Sie wählen die nächste Frage — aber nur eine begrenzte Zahl, wie in den 15 Minuten der Prüfung.
Fachsprache → Patientensprache: Wie fragen Sie die Patientin ohne Fachbegriffe? Wählen Sie die passende Frage.
Aufklärung: Lesen Sie ein Aufklärungsgespräch über eine Untersuchung und beantworten Sie die Fragen.
Teil 2 · Dokumentation (ca. 40 Min.)
Anforderungsschein: Füllen Sie die Anforderung für die Radiologie aus: Beschwerden in Fachsprache und Fragestellung.
Alte Akte: Lesen Sie einen früheren Arztbrief und beantworten Sie die Fragen wie in der Prüfung.
Fachbegriffe übersetzen: Schreiben Sie für jeden Fachbegriff den deutschen Ausdruck — wie im Prüfungsteil mit 16 Begriffen.
Finde die Paare: Verbinden Sie jeden Fachbegriff mit dem Ausdruck, den auch ein Patient versteht — ähnliche Begriffe stehen absichtlich nebeneinander.
Körperabbildung: Markieren Sie Körperstellen wie in der Prüfung: ankreuzen oder einkreisen – mit drehbarem Körper und Lupe für Gesicht und Hand.
Laboranruf & Visite: Notieren Sie Patientendaten und Laborwerte aus dem Telefonat und die Anweisungen des Oberarztes.
Teil 3 · Arztbrief (20 Min.)
Arztbrief-Lückentext: Ergänzen Sie den Arztbrief: Fachbegriffe, Konjunktiv I und typische Formulierungen.
Arztbrief korrigieren: Finden Sie die Fehler im Brief eines Kollegen: Grammatik, Fachbegriffe und Angaben, die nicht zu den Notizen passen.
Satzbaukasten: Bauen Sie den Satz für den Arztbrief aus Blöcken — einige Blöcke gehören nicht dazu.
Patient → Arztbrief: Wie steht die Aussage der Patientin im Arztbrief? Fachsprache und indirekte Rede.
Teil 4 · Arzt-Arzt-Gespräch
Fallvorstellung: Ordnen Sie die Patientenvorstellung für das Arzt-Arzt-Gespräch.
Prüferfragen: Typische Fragen im Arzt-Arzt-Gespräch — wählen Sie die fachlich und sprachlich beste Antwort.
Latein & Anatomie
Wortbausteine (Latein): Präfixe und Suffixe wie -itis, -ektomie, dys-, hyper- — so erschließen Sie unbekannte Fachbegriffe.
Lage & Anatomie: Lagebezeichnungen und Körperregionen auf Latein — wichtig für die Körperabbildung in der Prüfung.
Körperabbildung: Markieren Sie Körperstellen wie in der Prüfung: ankreuzen oder einkreisen – mit drehbarem Körper und Lupe für Gesicht und Hand.
Finde die Paare: Verbinden Sie jeden Fachbegriff mit dem Ausdruck, den auch ein Patient versteht — ähnliche Begriffe stehen absichtlich nebeneinander.
Beispielaufgaben
Drei kostenlose Übungen mit ihrem Aufgabentext, ohne Lösungen (bei langen Übungen die ersten zehn Punkte).
Aufbau des Anamnesegesprächs (Anamnese-Aufbau)
Bringen Sie die Abschnitte in die Reihenfolge, in der Sie das Gespräch in der Prüfung führen. Tippen Sie auf die Pfeile, um einen Abschnitt zu verschieben.
Abschnitte
Abschluss
Aktuelle Anamnese
Begrüßung
Familienanamnese
Medikamente & Allergien
Noxen
Persönliche Daten
Sozialanamnese
Vegetative Anamnese
Vorerkrankungen & Voroperationen
Anamnese im Gespräch: Frau Berger mit Husten und Fieber (Anamnese im Gespräch)
Sie haben 15 Minuten mit der Schauspielpatientin — hier 13 Fragen. Wählen Sie, was Sie wirklich fragen. Am Ende sehen Sie, was Ihnen für den Arztbrief fehlt.
Frau Berger: „Guten Tag, Frau Doktor. Ich huste seit ein paar Tagen und fühle mich richtig krank. Mein Hausarzt hat mich zu Ihnen geschickt.“
Anamnese bei Verdacht auf Pneumonie (Fachsprache → Patientensprache)
Sie denken in Fachbegriffen, sprechen aber mit einer Patientin. Welche Frage stellen Sie?
1. Dyspnoe: Sie möchten wissen, ob eine belastungsabhängige Dyspnoe besteht.
a) „Haben Sie eine Belastungsdyspnoe?“
b) „Bekommen Sie schlecht Luft, zum Beispiel beim Treppensteigen?“
c) „Atmen Sie in Ruhe schneller als 20-mal pro Minute?“
2. Sputum: Sie möchten Farbe und Konsistenz des Sputums erfragen.
a) „Husten Sie Schleim ab? Welche Farbe hat er, und ist er eher flüssig oder zäh?“
b) „Ist Ihr Sputum purulent oder mukös?“
c) „Husten Sie Schleim ab? Der ist sicher gelb, also eitrig, oder?“
3. Hämoptyse: Sie möchten eine Hämoptyse ausschließen.
a) „Haben Sie Nasenbluten?“
b) „Hatten Sie schon einmal eine Hämoptoe?“
c) „Haben Sie Blut im Schleim bemerkt, wenn Sie husten?“
4. atemabhängige Thorakalgie: Sie möchten wissen, ob die Brustschmerzen atemabhängig sind.
a) „Werden die Schmerzen stärker, wenn Sie tief einatmen oder husten?“
b) „Strahlen die Schmerzen in den linken Arm aus?“
c) „Ist die Thorakalgie inspiratorisch verstärkt?“
5. Pyrexie / Schüttelfrost: Sie möchten nach Fieber und Schüttelfrost fragen.
a) „Haben Sie Pyrexie mit Rigor?“
b) „Ist Ihnen manchmal kalt?“
c) „Hatten Sie Fieber? Haben Sie gemessen, wie hoch? Hatten Sie Schüttelfrost, also starkes Zittern am ganzen Körper?“
6. Hyperhidrosis nocturna: Sie möchten Nachtschweiß erfragen, zum Beispiel zur Abgrenzung einer Tuberkulose.
a) „Schwitzen Sie beim Sport?“
b) „Wachen Sie nachts auf, weil Sie so stark geschwitzt haben, dass Sie die Wäsche wechseln mussten?“
c) „Leiden Sie unter nächtlicher Hyperhidrose?“
7. Packungsjahre (pack years): Sie möchten die Raucheranamnese in Packungsjahren erheben.
a) „Rauchen Sie? Wie viele Zigaretten am Tag und seit wie vielen Jahren? Falls Sie aufgehört haben: seit wann?“
b) „Wie viele Packungsjahre haben Sie?“
c) „Rauchen ist sehr schädlich, das wissen Sie, oder?“
8. Allergie: Sie möchten eine Medikamentenallergie und die Art der Reaktion erfragen.
a) „Sind Sie allergisch?“
b) „Hatten Sie ein Exanthem oder Pruritus nach Medikamenten?“
c) „Vertragen Sie ein Medikament nicht? Was passiert dann, zum Beispiel Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot?“