Fachsprachprüfung (FSP) – alle Bundesländer

Übungen für alle Bundesländer: Anamnese, Patientensprache, Arztbrief-Formulierungen und medizinisches Latein.

Aufbau und Übungsformen

Arzt-Patienten-Gespräch

  • Anamnese-Aufbau: Bringen Sie die Abschnitte der Anamnese in die richtige Reihenfolge.
  • Fachsprache → Patientensprache: Wie fragen Sie die Patientin ohne Fachbegriffe? Wählen Sie die passende Frage.

Arztbrief

  • Patient → Arztbrief: Wie steht die Aussage der Patientin im Arztbrief? Fachsprache und indirekte Rede.

Latein & Anatomie

  • Wortbausteine (Latein): Präfixe und Suffixe wie -itis, -ektomie, dys-, hyper- — so erschließen Sie unbekannte Fachbegriffe.
  • Lage & Anatomie: Lagebezeichnungen und Körperregionen auf Latein — wichtig für die Körperabbildung in der Prüfung.
  • Körperabbildung: Markieren Sie Körperstellen wie in der Prüfung: ankreuzen oder einkreisen – mit drehbarem Körper und Lupe für Gesicht und Hand.
  • Finde die Paare: Verbinden Sie jeden Fachbegriff mit dem Ausdruck, den auch ein Patient versteht — ähnliche Begriffe stehen absichtlich nebeneinander.

Beispielaufgaben

Drei kostenlose Übungen mit ihrem Aufgabentext, ohne Lösungen (bei langen Übungen die ersten zehn Punkte).

Aufbau des Anamnesegesprächs (Anamnese-Aufbau)

Bringen Sie die Abschnitte in die Reihenfolge, in der Sie das Gespräch in der Prüfung führen. Tippen Sie auf die Pfeile, um einen Abschnitt zu verschieben.

Abschnitte

  • Abschluss
  • Aktuelle Anamnese
  • Begrüßung
  • Familienanamnese
  • Medikamente & Allergien
  • Noxen
  • Persönliche Daten
  • Sozialanamnese
  • Vegetative Anamnese
  • Vorerkrankungen & Voroperationen

Anamnese bei Verdacht auf Pneumonie (Fachsprache → Patientensprache)

Sie denken in Fachbegriffen, sprechen aber mit einer Patientin. Welche Frage stellen Sie?

  • 1. Dyspnoe: Sie möchten wissen, ob eine belastungsabhängige Dyspnoe besteht.
    • a) „Haben Sie eine Belastungsdyspnoe?“
    • b) „Bekommen Sie schlecht Luft, zum Beispiel beim Treppensteigen?“
    • c) „Atmen Sie in Ruhe schneller als 20-mal pro Minute?“
  • 2. Sputum: Sie möchten Farbe und Konsistenz des Sputums erfragen.
    • a) „Husten Sie Schleim ab? Welche Farbe hat er, und ist er eher flüssig oder zäh?“
    • b) „Ist Ihr Sputum purulent oder mukös?“
    • c) „Husten Sie Schleim ab? Der ist sicher gelb, also eitrig, oder?“
  • 3. Hämoptyse: Sie möchten eine Hämoptyse ausschließen.
    • a) „Haben Sie Nasenbluten?“
    • b) „Hatten Sie schon einmal eine Hämoptoe?“
    • c) „Haben Sie Blut im Schleim bemerkt, wenn Sie husten?“
  • 4. atemabhängige Thorakalgie: Sie möchten wissen, ob die Brustschmerzen atemabhängig sind.
    • a) „Werden die Schmerzen stärker, wenn Sie tief einatmen oder husten?“
    • b) „Strahlen die Schmerzen in den linken Arm aus?“
    • c) „Ist die Thorakalgie inspiratorisch verstärkt?“
  • 5. Pyrexie / Schüttelfrost: Sie möchten nach Fieber und Schüttelfrost fragen.
    • a) „Haben Sie Pyrexie mit Rigor?“
    • b) „Ist Ihnen manchmal kalt?“
    • c) „Hatten Sie Fieber? Haben Sie gemessen, wie hoch? Hatten Sie Schüttelfrost, also starkes Zittern am ganzen Körper?“
  • 6. Hyperhidrosis nocturna: Sie möchten Nachtschweiß erfragen, zum Beispiel zur Abgrenzung einer Tuberkulose.
    • a) „Schwitzen Sie beim Sport?“
    • b) „Wachen Sie nachts auf, weil Sie so stark geschwitzt haben, dass Sie die Wäsche wechseln mussten?“
    • c) „Leiden Sie unter nächtlicher Hyperhidrose?“
  • 7. Packungsjahre (pack years): Sie möchten die Raucheranamnese in Packungsjahren erheben.
    • a) „Rauchen Sie? Wie viele Zigaretten am Tag und seit wie vielen Jahren? Falls Sie aufgehört haben: seit wann?“
    • b) „Wie viele Packungsjahre haben Sie?“
    • c) „Rauchen ist sehr schädlich, das wissen Sie, oder?“
  • 8. Allergie: Sie möchten eine Medikamentenallergie und die Art der Reaktion erfragen.
    • a) „Sind Sie allergisch?“
    • b) „Hatten Sie ein Exanthem oder Pruritus nach Medikamenten?“
    • c) „Vertragen Sie ein Medikament nicht? Was passiert dann, zum Beispiel Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot?“

Aussagen einer Patientin mit Pneumonie im Arztbrief (Patient → Arztbrief)

Die Patientin erzählt in Alltagssprache. Welcher Satz passt in den Arztbrief? Achten Sie auf Fachbegriffe und auf die indirekte Rede (Konjunktiv I).

  • 1. Patientin sagt:: „Ich huste seit vier Tagen. Am Anfang war es trocken, jetzt kommt gelb-grüner Schleim.“
    • a) Die Patientin berichtete über seit vier Tagen bestehende, trockene Tussis ohne Sputum.
    • b) Die Patientin berichtete über seit vier Tagen bestehende, zunächst trockene, im Verlauf produktive Tussis mit gelblich-grünem Sputum.
    • c) Die Patientin berichtete über seit vier Tagen bestehende, produktive Tussis mit blutig tingiertem Sputum.
  • 2. Patientin sagt:: „Wenn ich tief einatme, sticht es links unten in der Brust. Ungefähr sechs von zehn.“
    • a) Zudem klagte sie über stechende, atemabhängige Thorakalgie links basal (NRS 6/10).
    • b) Zudem klagte sie über drückende Angina pectoris mit Ausstrahlung in den linken Arm.
    • c) Zudem klagte sie über stechende, belastungsabhängige Thorakalgie rechts basal (NRS 6/10).
  • 3. Patientin sagt:: „Seit gestern habe ich Fieber, bis 39,2 Grad, und ich zittere am ganzen Körper.“
    • a) Seit gestern hat sie Fieber bis 39,2 °C mit Schüttelfrost.
    • b) Seit gestern hätte sie Fieber bis 39,2 °C gehabt.
    • c) Seit gestern bestehe Fieber bis 39,2 °C mit Schüttelfrost.
  • 4. Patientin sagt:: „Beim Treppensteigen bekomme ich schlecht Luft. In Ruhe geht es.“
    • a) Sie leide an Ruhedyspnoe.
    • b) Außerdem bestehe eine Belastungsdyspnoe, in Ruhe sei sie beschwerdefrei.
    • c) Außerdem bestehe eine Orthopnoe, in Ruhe sei sie beschwerdefrei.
  • 5. Patientin sagt:: „Ich habe überhaupt keinen Hunger, und wegen des Hustens kann ich nachts nicht schlafen.“
    • a) Die vegetative Anamnese sei bis auf Inappetenz und hustenbedingte Insomnie unauffällig.
    • b) Die vegetative Anamnese sei bis auf Inkontinenz und Insuffizienz unauffällig.
    • c) Die vegetative Anamnese sei bis auf Inappetenz und Nykturie unauffällig.
  • 6. Patientin sagt:: „Ich habe 20 Jahre lang eine Schachtel am Tag geraucht. Vor acht Jahren habe ich aufgehört.“
    • a) Sie sei aktive Raucherin mit 8 Packungsjahren.
    • b) Sie sei seit acht Jahren Ex-Raucherin (kumulativ ca. 8 Packungsjahre).
    • c) Sie sei seit acht Jahren Ex-Raucherin (kumulativ ca. 20 Packungsjahre).
  • 7. Patientin sagt:: „Nein, Blut habe ich beim Husten nicht gesehen. Nachts schwitze ich auch nicht.“
    • a) Die Fragen nach Hämoptyse und Nachtschweiß wurden verneint.
    • b) Die Fragen nach Hämoptyse und Nachtschweiß seien verneint worden.
    • c) Hämoptyse und Nachtschweiß wurden bestätigt.
  • 8. Patientin sagt:: „Auf Novalgin bekomme ich Ausschlag, und dann juckt alles.“
    • a) Es bestehe eine Allergie gegen Metamizol (Novalgin®) mit Urtikaria und Dyspnoe.
    • b) Es bestehe eine Allergie gegen Metamizol (Novalgin®) mit Exanthem und Pruritus.
    • c) Es bestehe eine Allergie gegen Paracetamol mit Urtikaria.