telc Deutsch B2 Allgemein Leseverstehen Teil 2 im Prüfungsformat: Zeitungsartikel im Detail verstehen (Multiple Choice). 36 Übungen mit Lösungen und Übersetzungen.
Im Prüfungsformat: Zeitungsartikel im Detail verstehen (Multiple Choice).
Lesen Sie den folgenden Text. Entscheiden Sie, welche Lösung (a, b oder c) richtig ist.
Die ersten drei Übungen dieses Teils sind ohne Anmeldung kostenlos. Hier ihr Aufgabentext ohne Lösungen; Lösungen und Erklärungen zeigt die Übung nach dem Prüfen.
Lesen Sie den folgenden Text. Entscheiden Sie, welche Lösung (a, b oder c) richtig ist.
Es geschah am 1. Januar 1954. In Duisburg, einer Großstadt am Rhein zwischen Köln und der niederländischen Grenze am Rande des Ruhrgebiets, gab es für die Autofahrer, die in der Straße „Am Buchenbaum“ ihre Autos parken wollten, eine Überraschung. 20 etwa 1,5 Meter hohe Metallstangen mit uhrenförmigen Aufsätzen standen am Straßenrand mit der unmissverständlichen Aufschrift: „Einwurf 10 Pfennig für eine Stunde“. Die ersten Parkuhren in Deutschland waren aufgestellt. Nur Basel in der Schweiz und Stockholm in Schweden hatten vor Duisburg Parkuhren installiert, um Dauerparker aus den Stadtzentren zu vertreiben. Das eingenommene Geld wurde in Duisburg anfangs für gemeinnützige Zwecke ausgegeben: für Alte, Kranke, Kriegsversehrte, für elternlose Kinder. Und die Stadtverwaltung war sich sicher, dass die Autofahrer Verständnis für die Parkuhren aufbringen würden, dienten sie doch einem guten Zweck.
Doch bei den Autofahrern war man nicht so erfreut über diese neuen Apparate. „Groschengrab“ wurden sie dann auch bald überall genannt: ein Apparat, in den man Groschen – wie die 10-Pfennig-Stücke damals genannt wurden – hineinwarf. Dieser schluckte zwar gnadenlos Zehner, gab aber zum Verdruss vieler trotzdem oft keine Parkzeit frei. Tat er dies, dann aber in der Regel nur für höchstens 60 Minuten. Viele Autofahrer waren außerdem verärgert, weil sie immer passendes Kleingeld dabei haben mussten. Die ersten Parkuhren konnten nämlich nicht wechseln. Wer parkte, ohne zu zahlen, riskierte damals wie heute einen Strafbescheid, liebevoll „Knöllchen“ genannt.
In allen anderen deutschen Städten erschienen nach und nach auch Parkuhren. Bald gehörten sie zu den Innenstädten wie das Rad zum Auto. Und das blieb so bis zum Ende der 1980er Jahre. Dann geschah so etwas wie eine Parkuhren-Revolution. Die guten, alten Parkuhren, die ein im Vergleich zu heute immer noch billiges Parken erlaubten, weil sie nicht beliebig oft auf neue Beträge umgestellt werden konnten, wurden mehr und mehr ersetzt durch die gerade neu entwickelten Parkscheinautomaten. Mit Solarenergie angetrieben, computergesteuert und beliebig programmierbar machten sie es nun möglich, ohne technische Beschränkungen die Preise und Zeiten für das Parken flexibel zu gestalten. Von Vorteil ist auch ihre Kundenfreundlichkeit: Die Zeiten, in denen nur Münzen als Zahlungsmittel akzeptiert wurden, sind passé; jetzt schlucken sie auch problemlos Papier- und Plastikgeld – und Wechselgeld wird ausgespuckt. Das Parken wurde immer teurer. Und längst dienten die eingenommenen Beträge nicht mehr gemeinnützigen Zwecken. Sie wurden vielmehr als Einnahmequelle entdeckt für die leeren Stadtkassen, die nach immer mehr Geld verlangten. Gut 2 Millionen Euro verdient zum Beispiel Duisburg in einem Jahr an den Parkgebühren. In Köln kommen etwa 10 Millionen Euro im Jahr zusammen. Noch einmal so viel Geld verdienen die Städte an den „Knöllchen“ für falsches Parken. Aus 10 Pfennig für eine Stunde im Jahr 1954 – das wären heute etwa 5 Cent – sind inzwischen weit höhere Beträge geworden. Spitzenreiter in Deutschland sind Düsseldorf und Berlin mit mehreren Euro pro Stunde. Tendenz steigend. Doch aus dem Kölner Rathaus heißt es an alle sich beschwerenden Autofahrer gerichtet, das Geld werde selbstverständlich zweckgebunden verwendet: für den Bau neuer Straßen. An denen neue Parkscheinautomaten stehen?
Den Partner für das Leben finden – für immer mehr Menschen wird dies offenbar immer schwieriger. Rund 31 Millionen Männer und Frauen in Deutschland, also mehr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung, sind alleinstehend. Nicht dass Mann oder Frau wählerischer als in früheren Zeiten geworden wäre, es gibt scheinbar ganz einfach immer weniger Gelegenheiten, das Ziel einer Partnerschaft oder Ehe zu erreichen.
Die Menschen haben einfach immer weniger Zeit, sich um ihre ganz natürlichen Wünsche zu kümmern. Viele arbeiten weit entfernt von ihrem Wohnort, wechseln die Arbeitsstätte in relativ kurzen Abständen, haben für das Privatleben ungünstige Arbeitszeiten mit wenig Freizeit – abgesehen vom alljährlichen Urlaub. Dazu kommt, dass eine beträchtliche Minderheit der Deutschen nicht bereit ist, sich längerfristig oder gar „lebenslänglich“ an einen bestimmten Partner zu binden. Immer mehr Menschen leben lieber mit ihren Lebensabschnittsgefährten zusammen oder sie bevorzugen saisonale Kurzbeziehungen nach dem Muster „öfter mal ’ne(n) Neue(n)“.
Und immer mehr von denen, die eine Partnerschaft anstreben, versuchen ihren Liebsten oder ihre Liebste nicht auf Partys, Kirmesfesten oder in Cafés und Kneipen zu finden, wie das bei ihren Großeltern noch üblich war, sondern sie schauen ins Internet oder in Zeitungen, um über Partnerschafts- oder Heiratsannoncen fündig zu werden. In Deutschland gibt es viele Radioprogramme, in denen täglich Dutzende ihre Heiratsabsichten kundtun. An Wochenenden gibt es sogar Fernsehsendungen, in denen Partnersuchende mit anderen Partnersuchenden quasi verkuppelt werden.
Doch wie muss solch eine Kontaktanzeige aussehen, damit sie auch von Erfolg gekrönt ist? Denn nicht wenige Anzeigen bringen gar keinen oder nicht den erwünschten Erfolg. Dieser Frage hat sich nun der Kommunikationsexperte Jörg Stimpfling an der Universität Stuttgart gewidmet und seit mehr als zehn Jahren Kontaktanzeigen in den verschiedensten Medien gesammelt und analysiert.
Das Ergebnis der umfangreichen Forschung: Viele Anzeigen sind zu oberflächlich formuliert oder bedienen sich althergebrachter Stereotypen. So beschreiben sich Frauen mit Synonymen für Schönheit oder Attraktivität, Männer bieten Sicherheit oder Status an, überholt geglaubte Klischees finden sich in den meisten Fällen. Ebenso fällt die Neigung auf, sich schöner, besser zu präsentieren, als man wirklich ist, so als biete man ein Produkt in der Konsumwerbung an. Man könnte fast meinen, viele suchen sich selbst wie ihr eigenes Zwillingsbild.
Jörg Stimpfling und seine Kollegen empfehlen Partner suchenden Singles daher, sich erst einmal selbst kennen zu lernen, bevor sie sich an zukünftige Partnerinnen oder Partner wenden. Nur wer über sich selbst Bescheid weiß, kann den Partner finden, der zu ihm passt. Und das Zwillingsbild im Spiegel ist leider kaum als idealer Partner geeignet.
Melanie Hoffmann ist Gedächtnistrainerin. Seit fast zehn Jahren bietet sie nun schon Seminare an Volkshochschulen, in Altenheimen, in Banken und Industriebetrieben an, in denen die Seminarteilnehmer lernen sollen, wie sie Informationen besser im Gedächtnis behalten. Suma Hartmann ist 30 Jahre alt, Bürokauffrau und eine von Melanie Hoffmanns Seminarteilnehmerinnen. „An meinem Arbeitsplatz bekomme ich ständig Massen von neuen Informationen: Texte, die zu lesen sind, Termine, Anrufe, Anfragen von Kunden, Kurzinfos von Kollegen: Diese Informationsflut zu bewältigen und möglichst nichts zu vergessen, ist fast ausgeschlossen“, so Hartmann. Wie ihr geht es vielen Menschen in unserer Informationsgesellschaft – und das quer durch alle Altersstufen: vom Schüler bis zum Rentner. Sie fühlen sich den Anforderungen an ihr Gedächtnis nicht mehr gewachsen, und daher besuchen sie Trainingskurse wie die von Melanie Hoffmann. Während jeder Sekunde, die Suma Hartmann im Trainingsseminar, am Arbeitsplatz oder zu Hause verbringt, nimmt sie über ihre „Eingangskanäle“ – die Augen, die Ohren, die Nase, den Mund, die Haut – um die zwei Millionen kleinste Informationen unbewusst auf. Jede kleinste Schwankung in der Licht- oder Farbintensität, Formen und Farben, Licht und Schatten, alle nur erdenklichen Geräusche von der Stimme der Seminarleiterin oder Kollegin bis zum draußen vorbeifahrenden Motorrad, verschiedenste Gerüche vom Schweiß bis zum teuren Parfüm, das Kratzen des Pullovers auf der Haut: All dies nimmt sie unbewusst wahr. Würde sie sich all diese Informationen bewusst merken wollen, wäre – wenn man die Sprache der Computerwelt zu Hilfe nimmt – innerhalb kürzester Zeit der Speicher voll.
Damit dies nicht passiert, vergisst man fast alle Informationseinheiten innerhalb der nächsten 20 Sekunden wieder – und schafft damit Platz für neue Informationen. Erst nach etwa 20 Minuten behalten wir etwas auf lange Zeit. Dann haben die Nervenzellen im Gehirn eine neue Verbindung hergestellt, eine Synapse gebildet – und wir behalten etwas, statt es gleich wieder zu vergessen. Die Trainerin Melanie Hoffmann sagt: „Starke Sinneseindrücke, die mit Emotionen behaftet sind, behält man ebenso wie das, was interessant ist oder lebensnotwendig. Ein Kind, das einmal eine heiße Herdplatte angefasst hat, vergisst nie mehr, was „heiß“ bedeutet. Ein Hobbyastronom, dem seine Freizeitbeschäftigung großen Spaß bereitet, kennt im Nu alle möglichen Namen von Sternen. Und ich habe noch keinen Seminarteilnehmer gehabt, der sich nicht mehr daran erinnern könnte, was am 11. September 2001 in New York passiert ist.“ In unserer heutigen Informationsgesellschaft ist es wichtig, die auf uns einströmende Informationsflut zu bündeln, Daten und Begriffe zu gruppieren oder an Bildern oder Gegenständen festzumachen und sich so „Eselsbrücken“ zu bauen, die dabei helfen, mehr im Gedächtnis zu behalten. Suma Hartmann „sortiert“ jetzt im Geiste alle wichtigen Informationen in bestimmte Schubladen ihres Aktenschrankes in ihrem Büro: „Ich habe mir Zahlensymbole ausgedacht, mit denen ich die neuen Informationen bildlich verknüpfe: Die Eins wird zur Kerze, die Zwei zum Schwan usw. Wenn ich nun nicht vergessen möchte, um zwei Uhr eine bestimmte Konferenz vorzubereiten, denke ich mir meine Konferenzmappe im Schnabel des Schwans. Und es funktioniert: Ich vergesse viel weniger.“