telc B2 Allgemein Leseverstehen Teil 1

telc Deutsch B2 Allgemein Leseverstehen Teil 1 im Prüfungsformat: Überschriften den Texten zuordnen. 42 Übungen mit Lösungen und Übersetzungen.

Format: telc B2 Allgemein Lesen Teil 1

Im Prüfungsformat: Überschriften den Texten zuordnen.

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften (a–j). Lesen Sie dann die fünf Texte (1–5) und entscheiden Sie, welche Überschrift am besten zu welchem Text passt.

  • Auf LexDeutsch: 42 Übungen, die ersten drei ohne Anmeldung.

Beispielaufgaben

Die ersten drei Übungen dieses Teils sind ohne Anmeldung kostenlos. Hier ihr Aufgabentext ohne Lösungen; Lösungen und Erklärungen zeigt die Übung nach dem Prüfen.

Lesen Teil 1 - Version 1

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften (a–j). Lesen Sie dann die fünf Texte (1–5) und entscheiden Sie, welche Überschrift am besten zu welchem Text passt.

Überschriften

  • a) Limonade aus dem Wasserhahn
  • b) Limonade ist moderner als Wasser
  • c) Sommer bedeutet in Zukunft nicht unbedingt Sonne
  • d) Mehr Sauerstoff im Wasser macht müde Menschen fit
  • e) Viel Wasser trinken - Gesundheit tanken
  • f) Frische Luft macht stark
  • g) Die Sonne macht Landwirten Probleme
  • h) Sprudel hausgemacht - Zeit des Flaschen-Tragens ist vorbei
  • i) Alarm: Nitrat im Regenwasser bedroht die Gesundheit
  • j) Vom Regen zum Mineralwasser

Text 1

Möchten Sie Kraft, Jugend und Gesundheit aus der Flasche? Dann suchen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf im Supermarkt nach Sauerstoff-Mineralwasser. Für den etwa doppelten Preis eines normalen Mineralwassers erhalten Sie dann ein Getränk, von dem die Hersteller versprechen, dass es Ihnen - natürlich nur, wenn Sie es regelmäßig trinken - magische Kräfte verleiht. In einer Umfrage wurden Schülerinnen und Schüler in Bayern nach ihren Erfahrungen mit dem Sauerstoffkraftdrink befragt. Die meisten fanden, dass es nicht anders schmeckt als andere Mineralwässer auch. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam hält es für Unsinn, Wasser mit Sauerstoff anzureichern. Der menschliche Körper nimmt Sauerstoff hauptsächlich über die Atemluft auf, höchstens 0,3 % können auch über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Möchten Sie immer noch Kraft, Jugend und Gesundheit? Dann gehen Sie doch einfach mehr an die frische Luft. Und die ist kostenlos.

Text 2

Wenn es regnet, dann fließt das Regenwasser in den Erdboden, der es wie ein Schwamm aufsaugt. Langsam sickert das Wasser dann in immer tiefere Erdschichten, in denen es gefiltert und gereinigt wird. Aus dem Regenwasser ist Trinkwasser geworden. Schließlich sammelt es sich in einer Schicht aus Sandstein, wo es sich mit älterem Wasser vermischt. Mehrere tausend Jahre lang kann das Trinkwasser so in den Tiefen der Erde ruhen. Durch Brunnen, die bis in die tiefen Sandsteinschichten reichen, kann dann Mineralwasser gewonnen werden. 10,6 Milliarden Liter Mineralwasser sind im letzten Jahr in Deutschland verkauft und getrunken worden. Gesteinsschichten wie Ton oder Kalk schützen es seit Jahrtausenden vor Verunreinigungen. Jedoch gelangt in den letzten Jahrzehnten Nitrat durch übermäßige Düngung in der Landwirtschaft vermehrt in das Trinkwasser und stellt langfristig eine Gesundheitsbedrohung für die Menschen dar.

Text 3

Nach den Unwettern der letzten Sommer sprechen Meteorologen in ganz Europa davon, dass sich das Klima weltweit dramatisch verändert. Stabile Sommer mit Sonnenschein pur von Juni bis August sollen selbst am Mittelmeer in Zukunft passé sein. Die durch Treibhausgase aufgeheizte Atmosphäre hat sich erwärmt, mehr Wasser verdunstet durch die höheren Temperaturen aus den Ozeanen und prasselt in extrem starken Unwettern mit Donner, Blitz und Hagel auf die Erde. Dort kann die Erde nicht mehr solche Mengen Wassers aufnehmen wie in kürzester Zeit fallen. Die Folge davon sind Überschwemmungen. Kurze Sonnenscheinperioden werden sich mit Unwetterfronten abwechseln und vielen Menschen den Badespaß an den Stränden nicht nur des Mittelmeeres gründlich verderben. Doch auch den Landwirten bereiten die stärkeren Unwetter Sorgen. Denn die starken Niederschläge mit Hagel zerstören nicht selten einen großen Teil der Ernte und bescheren so manchen landwirtschaftlichen Betrieben große finanzielle Probleme.

Text 4

Wozu noch Kästen mit Mineralwasserflaschen nach Hause schleppen, wenn es sich doch bequem zu Hause zubereiten lässt. Tatsächlich ist das Leitungswasser, das aus den Wasserhähnen in deutschen Wohnungen fließt, von guter bis sehr guter Qualität. Einzig das Prickeln auf der Zunge, das durch das Hinzufügen von Kohlensäure in viele Mineralwässer entsteht, fehlt bei dem Leitungswasser. Doch auch hier gibt es bereits eine preiswerte Möglichkeit, dies selbst zu tun: mit einer Sodamaschine. Damit lassen sich Sprudel und Limonaden selbst herstellen, ganz nach dem individuellen Geschmack des Nutzers: mal mit mehr, mal mit weniger Prickeln, mal süßer, mal fruchtiger. Und das Wasser kommt wie von selbst ins Haus, das Tragen und Stapeln von Getränkekästen ist für den cleveren Selbsthersteller Vergangenheit.

Text 5

„Wasser ist zum Waschen da“ lautete ein deutscher Schlager Mitte der 1950er, in dem es weiter hieß: „Auch zum Zähneputzen kann man es benutzen.“ Wasser zu trinken schien damals manchen Leuten nicht in die neue Wohlstandswelt zu passen. Süße Limonaden galten als besser als einfach nur Wasser. Dabei raten heute die meisten Ärzte zum Wassertrinken: „Trinken Sie täglich mindestens 2,5 Liter davon“, steht auch in nahezu allen medizinischen Ratgebern von heute. Mineralwasser hat, wie man heute wieder weiß, durch seine mineralischen Inhaltsstoffe Natrium, Kalium, Magnesium, Calzium und Spurenelemente für den menschlichen Körper viele Vorteile: Es gleicht den Mineral- und Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen aus, es fördert die Verdauung und das alles ohne den Körper belastenden Zucker und ohne Kalorien. Ob aus der Heimat oder - wie in den jetzt modischen Wasserbars - von der Insel Hawaii oder vom Südpol: Wasser ist wieder zum Trinken da.

Lesen Teil 1 - Version 2

Überschriften

  • a) Immer mehr Jugendliche werden Programmierer
  • b) Automobilindustrie schafft neue Arbeitsplätze
  • c) Diskussion über schulische Berufsorientierung
  • d) Förderwochenende für junge Softwareentwickler
  • e) Frauen in technischen Berufen werden stärker gefördert
  • f) Spannende Gewinne für wissenschaftliche Nachwuchstalente
  • g) Mehr Bemühungen um weiblichen Nachwuchs gefordert
  • h) Verleihung des Jugendnobelpreises in Stockholm
  • i) Berufswahl: Jugendliche werden stark von ihrem gesellschaftlichen Umfeld geprägt
  • j) Studienabsolventen technischer Fächer sehen ihre Zukunft meist in der Automobilindustrie

Text 1

Martina Lux hat ein Hobby, mit dem sie im Kreis ihrer Freundinnen ziemlich allein steht: Sie programmiert in ihrer Freizeit. „Mich hat immer schon interessiert, wie Computerprogramme eigentlich funktionieren“, sagt die 17-Jährige. Außerdem habe sie großen Spaß an logischem Denken. Ihr Informatiklehrer erzählte ihr von einem Workshop in Berlin: Bei „Jugend programmiert“ traf Martina vom letzten Freitag bis Sonntag mit gleichgesinnten Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren zusammen, um gemeinsam Programme zu entwickeln. Dabei standen ihnen erfahrene Informatiker zur Seite. In 15 Gruppen entwickelten die jungen Nachwuchsprogrammierer ihre Projekte. Eine Jury verlieh Preise in vier Kategorien. Bewertet wurden die originellste Idee, die sauberste Umsetzung, die beste Präsentation und die größte Relevanz für die Gesellschaft. Martinas Gruppe erhielt zwar keinen Preis, aber das Wochenende hat sich für sie auf jeden Fall gelohnt. Sie hat zwei Mädchen kennengelernt, mit denen sie auch in Zukunft gemeinsam programmieren möchte. Zu wissen, dass sie nicht allein ist mit ihrem Hobby, das ist für sie ein besonders wichtiges Ergebnis dieses Wochenendes, meint Martina.

Text 2

„Jugend forscht“ ist ein bundesweiter Nachwuchswettbewerb für junge Menschen bis zum Alter von 21 Jahren, bei dem besondere Leistungen in Mathematik, Technik, Naturwissenschaften und Informatik ausgezeichnet werden. Neben Geldpreisen werden auch einige Sonderpreise vergeben, die bei den Jugendlichen ganz besonders begehrt sind. Dazu gehört die Teilnahme an internationalen Wettbewerben, bei denen die jungen Forscher Fachleuten aus aller Welt ihre Projekte vorstellen können. Auch Einladungen zu Studienreisen und Kongressen im Ausland sind für viele Teilnehmer besonders attraktiv. Im Rahmen von „Jugend forscht“ wird sogar eine Reise zur Nobelpreisverleihung in Stockholm angeboten. Im Inland haben die Preisträger die Möglichkeit, ein langes Praktikum an angesehenen Forschungsinstituten und bei wichtigen Unternehmen zu absolvieren. Dort bekommen die Jugendlichen im Arbeitsalltag eine gute Vorstellung davon, wie Forschungsarbeit funktioniert. Zusätzlich gibt es auch Abonnements für technische und naturwissenschaftliche Fachzeitschriften zu gewinnen. Auch Schulen und Projektbetreuer können teilnehmen. Bei diesem Wettbewerb haben junge Menschen die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen mit Forschungsprojekten zu sammeln. Mitmachen lohnt sich auf jeden Fall.

Text 3

Die Industriellenvereinigung beklagt in einer jüngsten Pressemitteilung den deutlichen Mangel an Fachkräften in den Naturwissenschaften und den technischen Berufen. Dieser Fachkräftemangel sei besonders ausgeprägt in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Werkstoffwissenschaften und Verfahrenstechnik, heißt es in dem Papier. Um dem entgegenzusteuern, ruft die Industriellenvereinigung unter anderem dazu auf, insbesondere Mädchen und junge Frauen für solche Berufe zu gewinnen. Die Berufsorientierung der Schulen muss noch gezielter auf die vielfältigen und interessanten Themenfelder sowie die guten Zukunftschancen technischer Berufe hinweisen. Erfolgreiche Frauen aus diesen Bereichen sollten sich zudem verstärkt als Vorbilder für SchülerInnen präsentieren. In diesem Zusammenhang wird in der Pressemitteilung auch an die Möglichkeit erinnert, am bevorstehenden bundesweiten Mädchenzukunftstag „Girls' Day“ an den Standorten namhafter Firmen Einblicke in den Arbeitsalltag in technischen Berufen zu bekommen. Die Industriellenvereinigung fordert die Unternehmen und Organisationen auf, ihre Türen für potenzielle Talente zu öffnen und sich Fachkräfte für die Zukunft zu sichern.

Text 4

Im Kulturzentrum war gestern Abend Tobias Meyer zu Gast. Die Organisatoren hatten den bekannten Autor zahlreicher Sachbücher über Erziehung und Bildung eingeladen, zum Thema Berufsorientierung zu sprechen. In seinem Vortrag ging Meyer auf zwei wesentliche Aspekte von Berufsorientierung ein. Zum einen versteht er Berufsorientierung als eine Entwicklung, die eng mit den persönlichen und sozialen Beziehungen eines jungen Menschen zusammenhängt. Die Orientierung auf einen Beruf hin wertet er als einen Teil der Persönlichkeitsentwicklung. In engem Zusammenhang damit sieht er die Berufsvorbilder, an denen sich Jugendliche orientieren: Diese hängen ebenso wie die Erwartungen, die an einen Beruf gestellt würden, stark von der sozialen Umgebung ab. Zudem spielten lokale wirtschaftliche Umstände eine Rolle bei der Berufsorientierung. Meyer zeigte anhand konkreter Beispiele, wie große Unternehmen vor Ort die Berufswahl junger Menschen entscheidend beeinflussen können. Anschließend ging Meyer auf einen zweiten wesentlichen Aspekt, nämlich Berufsorientierung im Rahmen der Schulen, ein. Hier könnten entscheidende Impulse gesetzt werden, indem Talente und Stärken erkannt und bereits sehr früh gefördert würden.

Text 5

Wie eine repräsentative Umfrage unter Studenten kürzlich zeigte, erfreut sich die Automobilindustrie nach wie vor großer Beliebtheit bei Studierenden der Fachgebiete Wirtschaft und Technik. Gefragt nach den fünf attraktivsten zukünftigen Arbeitgebern, nannten Wirtschaftsstudenten vier führende Automobilkonzerne und eine Internet-Suchmaschine; künftige Ingenieure nannten sogar ausschließlich Automobilunternehmen. Auch für Studenten der Informatik gewinnt die Automobilindustrie zunehmend an Attraktivität - wenig verwunderlich angesichts der rasch zunehmenden Bedeutung, die der Elektronik in Fahrzeugen zukommt. Die Branche punktet bei jungen Absolventen mit vielen spannenden Themen: Wie wird die Mobilität der Zukunft aussehen? Welche alternativen Antriebe wird es geben? Die Automobilindustrie bietet viel Raum für Innovationen und somit gute Chancen für motivierte Berufseinsteiger. Doch ausschlaggebend sind nicht nur solide Berufsaussichten. Wie die Befragung ergab, spielt auch der emotionale Faktor eine Rolle: Viele Studierende sind einfach begeistert vom Thema Auto.

Lesen Teil 1 - Version 3

Überschriften

  • a) Ausstellung über Finanzmetropole
  • b) Fachinformationen für Finanzprofis
  • c) Finanz-ABC für Anfänger
  • d) Interessante Tätigkeit wichtiger als hohes Gehalt
  • e) Lehrreicher Rundgang zu Finanzwissen
  • f) Sammelgefäße als Ausstellungsobjekte
  • g) Sparbüchsen - Nun wieder in Mode
  • h) Vertrauen zeigt sich auf dem Konto
  • i) Wie Kinder den Umgang mit Geld lernen
  • j) Wie man Kinder zum Sparen motiviert

Text 1

Spardosen sind Sammelbehälter, Dekoration oder Kinderspielzeug - und zwar seit Jahrhunderten. Und obwohl bargeldloses Bezahlen immer mehr in Mode kommt, sind sie bis heute nicht aus den Kinderzimmern verschwunden. Das Spardosen-Museum im Haus Kemnade zeigt 1200 Exemplare aus dem Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Daneben widmet sich das Museum der Geschichte des Geldes. In zwei Räumen sind Münzen, Scheine und weitere Tauschmittel aus der ganzen Welt ausgestellt. Die Sammlung von Spardosen reicht von schweren Gefäßen aus Eisen über kunstvoll verzierte Truhen und Kutschen bis zu Mickey-Mäusen aus Blech. „Um 1900 erlebten Spardosen einen Boom“, erzählt Museumsleiter Jürgen Stollmann. In vielen Häusern hatten sie zwar nur als hübsche Dekoration hergehalten, doch immer seien sie auch ein Spiegel der Gesellschaft. Zehn Jahre später schon gibt es das Museum, das interessante Einblicke in die Geldgeschichte bietet. Jährlich lockt es über 13.000 Besucher an.

Text 2

Wer beim leisen Klirren von Geldstücken ein prickelndes Gefühl verspürt, ist in der neuen Sonderausstellung „Die Sprache des Geldes“ im Berliner Museum für Kommunikation richtig. Auf ungewöhnliche Weise nähert sich diese kleine Schau dem Geld als Dreh- und Angelpunkt einer globalisierten Welt. Im Museum machen die Besucher auf 450 Quadratmetern eine Tour durch eine fiktive Stadt: Auf dem „Marktplatz“ erfahren sie, warum sich zuerst Münzen und viel später Scheine als Zahlungsmittel durchsetzen. Bei den Stationen „Bank“ und „Börse“ lernen sie das Prinzip kennen, das in guten Zeiten dahintersteht: Vertrauen in den Wert des Geldes. In der Station „Einkaufszentrum“ geht es dagegen um die heutige Konsumgesellschaft. Entlohnt werden die Besucher für ihren Ausstellungsbesuch natürlich auch. Wer sein neues Wissen in einem Computerquiz nachweisen kann, erhält einen Spielgeld-Schein mit dem eigenen Konterfei. Macht Geld denn nun glücklich? „Nur für einen kurzen Moment“, versichert Kurator Gregor Isenbrot. „Wenn der Rausch vorbei ist, will der Mensch noch mehr. Und zwar mehr Geld“.

Text 3

„Versteh' ich ja doch nicht; ist mir zu kompliziert“. So oder ähnlich lauten die üblichen Vorbehalte, wenn es darum geht, zu begreifen, wie Wirtschaft funktioniert und der Finanzsektor arbeitet. Der englische Journalist John Lanchester nimmt alle jene neugierigen Laien, denen die Fachsprache rund ums Geld bislang verwirrend erschien, bei der Hand. So schildert er in seinem Buch „Die Sprache des Geldes und warum wir sie nicht verstehen“, wie er sich als Außenseiter dem Thema genähert hat. Geld habe eine eigene Sprache, erklärt Lanchester. Wer diese nicht lerne, könne nicht mitreden. Und so erläutert er im ersten Teil seines Buches die Besonderheiten dieser Sprache. Den zweiten Teil bildet ein alphabetisches Glossar, in dem Fachwörter und Namen in kurzen Artikeln erläutert werden. Anschaulich erklärt Lanchester etwa, was Derivate sind und wie man antizyklisch handelt. Das Buch ist anekdotenreich und gut lesbar, seine Lektüre zu empfehlen. Denn Lanchester ermöglicht es dem interessierten Wirtschaftslaien, mitreden zu können.

Text 4

Eine neue Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft bestätigt eine Tatsache, über die sich Sozialwissenschaftler und Psychologen schon lange einig sind: Die Höhe des Einkommens allein macht nicht glücklich. Wie zufrieden ein Arbeitnehmer ist, hängt demnach nicht in erster Linie vom Lohn oder der Tätigkeit ab, sondern davon, wie emotional stabil, belastbar und selbstsicher er ist. Für die Studie hat die Ökonomin Mara Ewers die Zusammenhänge zwischen der Lebens- und Arbeitszufriedenheit, dem Bruttostundenlohn, der Anzahl der Bildungsjahre und dem Gesundheitszustand untersucht. Sie fand heraus, dass 53 Prozent der Bundesbürger, die sich emotional als besonders stabil bezeichnen, auch im Job sehr zufrieden sind. Die Fähigkeit, anderen Menschen zu vertrauen, steigere die Lebens- und Arbeitszufriedenheit. Die Untersuchung lege die These nahe, dass Einkommensunterschiede auch eine Folge der Persönlichkeitsentwicklung sein können, so Ewers. Wer misstrauisch sei, verwende mehr Zeit und Kraft für Kontrollen und sei daher weniger produktiv, sagt sie. Und wer weniger produktiv sei, verdiene auf Dauer auch weniger.

Text 5

Über Geld sprechen viele Deutsche nicht gerne - selbst Verwandte oder Lebenspartner haben oft keine Ahnung, was sich auf den Konten ihrer Nächsten tut. Dabei spielt Geld bei den meisten Entscheidungen eine wichtige Rolle, und zwar auch in der Familie. Es ist heutzutage zum Glück üblich, dass Kinder spielerisch ein Gefühl für Geld entwickeln: Zwei Drittel der Vier- bis Fünfjährigen bekommen mittlerweile Taschengeld. Doch die Offenheit von Eltern sollte noch weiter gehen: Denn die Erziehung prägt entscheidend das spätere Verhältnis der Kinder zu Geld, wie Studien belegen. Vorteilhaftes Finanzverhalten nennen Forscher das und setzen es mit der Fähigkeit gleich, Geld sinnvoll einzuteilen oder zu sparen. Natürlich ist das Thema Geld für Eltern ein Balanceakt. Doch letztlich lohnt sich der Mut zu Vertrauen und wohldosierter Offenheit, denn wo Offenheit herrscht, kann Verständnis wachsen. Vielleicht sieht dann auch ein Elfjähriger ein, dass die Spielekonsole für viele hundert Euro zwar toll, aber trotzdem nicht nötig ist.

Leseverstehen Teil 1: alle Übungen