DTB B2 (telc B2 Beruf) · Mündliche Prüfung · Teil 1

telc B2 Sprechen Teil 1 (DTB B2): Ablauf, Themen, Bewertung

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Wie läuft Teil 1 der mündlichen Prüfung DTB B2 ab?

Die mündliche Prüfung des Deutsch-Tests für den Beruf B2 (DTB B2, auf LexDeutsch „telc B2 Beruf“) ist eine Paarprüfung von circa 16 Minuten. Eine Vorbereitungszeit gibt es nicht: Sie bekommen das Aufgabenblatt und beginnen. Im Raum sind zwei lizenzierte Prüfende. Eine Person leitet das Gespräch (Interlokutor), die andere beobachtet (Assessor). Nur in Teil 1C wechseln die Rollen kurz: Dann stellt die zweite prüfende Person die Bitte um Erläuterung.

SchrittWas passiert?DauerPunkte (Kriterium I)
1A Über ein Thema sprechenTeilnehmer/in A wählt eines von zwei Themen und spricht allein darüber.ca. 2 Min.bis 5
1B PrüferfragenDie prüfende Person stellt vertiefende Fragen zum Beitrag. Ihr Gegenüber macht sich Notizen.ca. 2 Min.bis 5
1C Erläuterung eines AspektsDie zweite prüfende Person bittet Teilnehmer/in B, einen Punkt aus den Antworten von A mit eigenen Worten zu erläutern.ca. ½ Min.bis 2
danachDasselbe noch einmal mit vertauschten Rollen: B spricht, A erläutert.ca. 4–5 Min. pro Person–

Teilnehmer/in A beginnt. Für Teil 1 rechnet der offizielle Übungstest mit circa vier bis fünf Minuten pro Person. Danach folgen Teil 2 (Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, ca. 3 Minuten) und Teil 3 (Lösungswege diskutieren, ca. 4 Minuten). Der Übungstest sieht für ein Paar 20 Minuten vor: 16 bis 17 Minuten Gespräch und 3 bis 4 Minuten, in denen die Prüfenden ihre Bewertung besprechen.

Unser Tipp: Teil 1 sieht aus wie ein Vortrag, ist aber zur Hälfte Gespräch. 1B und 1C zusammen dauern etwas länger als 1A und bringen mehr Punkte (7 gegenüber 5). Wer nur den Vortrag übt, trainiert also den kleineren Teil.

Welche Themen kommen in Teil 1?

Der offizielle Übungstest 1 veröffentlicht acht Themen. Auf Ihrem Aufgabenblatt stehen zwei davon; Sie wählen eines. Zu jedem Thema gibt es Stichpunkte in Klammern, die zeigen, worüber Sie sprechen können. Hier die acht Themen in Kurzform:

  1. Einen Arbeitgeber beschreiben, für den Sie gearbeitet haben oder arbeiten möchten (Branche, Produkte, Abteilungen, Besonderheiten).
  2. Ein gutes Arbeitsumfeld (Jobsicherheit, Gehalt, Karrierechancen, Kommunikation, eigene Erfahrung).
  3. Ereignisse und Erfahrungen, die Ihre Berufswahl beeinflusst haben.
  4. Eine Person aus Ihrem Umfeld, die für Sie ein berufliches Vorbild ist.
  5. Die Arbeitssuche in einem Land Ihrer Wahl (Angebote finden, Erstkontakt, Bewerbung).
  6. Was in einem Land Ihrer Wahl in einem Bewerbungsgespräch wichtig ist.
  7. Ein Produkt oder eine Dienstleistung Ihrer Wahl (Merkmale, Nutzen, Vor- und Nachteile, Erfolg).
  8. Ihre Geschäftsidee, wenn Sie sich selbstständig machen möchten.

Die Formulierungen stammen sinngemäß aus dem Übungstest 1 DTB B2 (S. 27); dort steht auch der vollständige Wortlaut. Laut Übungstest gehören die zwei Themen auf Ihrem Aufgabenblatt zu diesen acht (S. 26, 44).

Unser Tipp: Bereiten Sie alle acht Themen vor, nicht nur Ihre zwei Lieblingsthemen. Sie sehen erst in der Prüfung, welche zwei auf Ihrem Blatt stehen. Sammeln Sie zu jedem Thema drei konkrete Beispiele aus Ihrem Berufsleben, möglichst mit einer Zahl. Damit kommen Sie leichter auf zwei Minuten als mit allgemeinen Sätzen.

Wie füllen Sie die zwei Minuten in Teil 1A?

Wie Sie einen Beitrag für 1A Schritt für Schritt aufbauen, mit Mustern und vielen Redemitteln, zeigt der Ratgeber Teil 1A: Über ein Thema sprechen. Hier nur unser Gerüst, das für alle acht Themen passt (Richtwerte, kein offizieller Ablauf):

Zeit (Richtwert)InhaltBeispielsatz
ca. 15 Sek.Thema nennen und sagen, woher Sie es kennen„Ich spreche über eine Dienstleistung, mit der ich in meiner letzten Stelle jeden Tag gearbeitet habe.“
ca. 75 Sek.zwei oder drei Stichpunkte, jeweils mit Beispiel„Ein großer Vorteil ist, dass … Das hat man zum Beispiel gesehen, als …“
ca. 20 Sek.eine Einschätzung oder ein Vergleich„Im Vergleich zu früher ist das deutlich bequemer, allerdings auch teurer.“
ca. 10 Sek.kurzer Abschluss„Das waren die wichtigsten Punkte aus meiner Sicht.“

Ein Beispiel von LexDeutsch zu Thema 7 (Produkt oder Dienstleistung): „Ich möchte über den Lastenrad-Verleih in unserer Stadt sprechen, eine Dienstleistung, die unsere Handwerksfirma seit einem Jahr nutzt. Statt mit dem Transporter in die Innenstadt zu fahren, bringen unsere Elektriker kleines Material mit dem Rad zur Baustelle. Für die Kunden ist das angenehm, weil wir pünktlicher sind – wir suchen keinen Parkplatz mehr. Ein Nachteil ist, dass schwere Geräte nicht auf das Rad passen; dafür brauchen wir weiterhin den Wagen …“ Solche Sätze lassen sich zu fast jedem Stichpunkt bilden: Was ist das? Wer nutzt es? Was ist besser, was schlechter?

Der Übungstest sagt ausdrücklich: Tragen Teilnehmende auswendig gelernte Texte vor, müssen die Prüfenden sie unterbrechen und mit gezielten Fragen steuern. Lernen Sie deshalb Bausteine und Beispiele, keine fertigen Texte.

Was fragen die Prüfenden in Teil 1B?

Offiziell heißt es, dass die prüfende Person „einige vertiefende Fragen“ zu Ihrem Beitrag stellt. Eine feste Liste veröffentlicht der Übungstest nicht. Aus der Aufgabe ergibt sich aber, worauf Sie sich einstellen können: Die Fragen schließen an das an, was Sie gerade gesagt haben. Die folgenden Fragetypen sind unsere Übungsgrundlage (unser Tipp), keine offiziellen Prüfungsfragen.

FragetypBeispielfrageSo antworten Sie
Begründung„Weshalb haben Sie sich gerade dafür entschieden?“Grund + Beispiel: „Weil … Ich habe selbst erlebt, dass …“
Vergleich„Ist das in anderen Branchen anders?“„In der Pflege ist das ähnlich, im Handel dagegen …“
Erfahrung„Hatten Sie damit schon einmal Probleme?“kurze Situation: wann, was, wie gelöst
Zukunft„Wie wird sich das in den nächsten Jahren entwickeln?“„Ich gehe davon aus, dass … Es könnte aber auch sein, dass …“
Meinung„Würden Sie das weiterempfehlen?“klare Position + Einschränkung: „Grundsätzlich ja, aber nur, wenn …“

Als Richtwert (unser Tipp) genügen drei bis vier Sätze pro Antwort: kein einzelnes Wort, aber auch kein zweiter Vortrag. Haben Sie eine Frage nicht verstanden, fragen Sie nach: „Habe ich Sie richtig verstanden: Sie fragen nach …?“ oder „Könnten Sie die Frage bitte noch einmal anders formulieren?“ Nachfragen ist besser, als eine Antwort zu raten (unser Tipp). Außerdem beschreibt der Übungstest, dass der Interlokutor bei Stockungen vorsichtig eingreift und mit offenen Fragen hilft, etwa „Was genau meinen Sie damit?“.

Wie erläutern Sie in Teil 1C einen Aspekt aus dem Beitrag Ihres Gegenübers?

Während Ihr Gegenüber in 1A und 1B spricht, machen Sie sich Notizen. Danach bittet Sie die zweite prüfende Person zum Beispiel so: „TN A hat über … gesprochen. Das habe ich leider nicht ganz verstanden. Können Sie mir das noch einmal erläutern?“ Sie haben dann etwa eine halbe Minute. Laut Aufgabe erläutern Sie einen Teilaspekt mit eigenen Worten (S. 26). Sie geben also wieder, was Ihr Partner gesagt hat, und erklären, was er damit meint.

FunktionRedemittel
einleiten„Ja, gern. Frau Novak hat erzählt, dass …“ / „Soweit ich verstanden habe, ging es darum, dass …“
erklären„Damit meint sie, dass …“ / „Das heißt konkret: …“
Beispiel des Partners nennen„Sie hat dazu das Beispiel von … genannt.“
Grund wiedergeben„Das ist für sie wichtig, weil …“
Unsicherheit zugeben„Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, sie meinte …“
abschließen„Das war, glaube ich, der wichtigste Punkt.“

Unser Tipp für die Notizen: Schreiben Sie nicht jedes Wort mit, sondern legen Sie drei Spalten an: Thema, Beispiel, Grund. Schreiben Sie nur Stichwörter. Wer in 1C nur einen Satz wiederholt, verschenkt Punkte; wer mit „Damit meint sie …“ eine Erklärung anschließt, zeigt genau das, was die Aufgabe verlangt.

Wie wird Teil 1 bewertet?

Die Prüfenden bewerten nach vier Kriterien. Kriterium I (Aufgabenbewältigung) wird in jedem Prüfungsteil einzeln bewertet; die Kriterien II bis IV beziehen sich auf die ganze mündliche Prüfung. Beide Prüfenden tragen nach dem Gespräch ihre eigene Bewertung ein.

KriteriumWas bewertet wirdPunkte
I Kommunikative Aufgabenbewältigungob die Aufgabe passend zur Situation am Arbeitsplatz und zum Niveau umgesetzt ist, ob Sie die Gesprächspartner angemessen ansprechen und flüssig sprechenTeil 1A: bis 5, Teil 1B: bis 5, Teil 1C: bis 2, Teil 2: bis 8, Teil 3: bis 10
II Aussprache und Intonationwie klar und verständlich Sie sprechen, wie die Satzmelodie das Gesagte unterstütztfür die ganze Prüfung
III Formale Richtigkeitwie korrekt Sie einfache und komplexere Strukturen verwenden, ob Sie eigene Fehler selbst korrigierenfür die ganze Prüfung
IV Spektrum sprachlicher Mittelwie breit Ihr Wortschatz und Ihre Satzstrukturen sind, ob Sie Formulierungen variierenII–IV zusammen bis 30

Für Kriterium I gibt es vier Stufen. In 1A und 1B sind das 5, 3,5, 2 oder 0 Punkte, in 1C 2, 1,5, 1 oder 0 Punkte. Die Kriterien II bis IV haben je die Stufen „B2 gut erfüllt“ (10), „B2 erfüllt“ (7,5), „B1 erfüllt“ (4) und „unter B1“ (0). Insgesamt zählt Sprechen 60 der 240 Punkte der Prüfung. Die Beschreibungen der Stufen stehen im Übungstest 1 auf S. 42–43, die Punkte auf S. 47–49.

Was das für Teil 1 bedeutet: Mit 1A, 1B und 1C geht es um höchstens 12 Punkte im Kriterium I. Ihre Aussprache, Ihre Grammatik und Ihr Wortschatz aus Teil 1 fließen aber zusätzlich in die 30 Punkte der Kriterien II bis IV ein. Unser Tipp: Nirgends sprechen Sie so lange allein wie in 1A – nutzen Sie die zwei Minuten, um auch komplexere Sätze zu zeigen.

Wo verlieren Sie in Teil 1 Punkte? Fragen zur Selbstkontrolle

Die folgenden Fragen sind unser Tipp für die Selbstkontrolle. Nehmen Sie einen Übungsbeitrag mit dem Handy auf und hören Sie ihn mit diesen Fragen an. Jede Frage gehört zu einem offiziellen Kriterium.

Frage an sich selbstKriteriumWas hilft
Spreche ich wirklich über das gewählte Thema – oder erzähle ich meinen Lebenslauf?Iden ersten Satz direkt mit dem Thema beginnen; die Stichpunkte des Aufgabenblatts als Wegweiser nutzen
Antworte ich in 1B mit ganzen Gedanken oder nur mit „Ja“ und „Nein“?Izu jeder Antwort einen Grund oder ein Beispiel ergänzen
Erkläre ich in 1C, was mein Partner meint, oder wiederhole ich nur ein Wort?Inach dem Wiedergeben „Das heißt …“ anschließen
Wechsle ich zwischen „Sie“ und „du“, wenn ich die Prüfenden anspreche?Imit den Prüfenden durchgehend „Sie“; das „du“ der Fragen gehört erst zu Teil 2
Fülle ich Pausen mit „äh“ oder mit einer Formulierung?IÜberbrückungen lernen: „Wie kann ich das am besten ausdrücken …“, „Lassen Sie mich kurz überlegen.“
Bemerke ich meine eigenen Fehler?IIIfalsches Verb oder falsche Endung kurz korrigieren: „… hat – nein, ist gefahren“
Klingt jeder Satz gleich?IVbewusst „obwohl“, „sodass“, „je … desto“ und ein Passiv einbauen

Unser Tipp: Hören Sie die Aufnahme einmal nur mit Blick auf die Aussprache an. Wörter, die Sie oft brauchen (Ihr Beruf, Ihre Branche, „Arbeitsbedingungen“, „Verantwortung“), sollten Sie sicher betonen können. Das kostet wenig Zeit und hilft in allen drei Teilen.

Wie üben Sie Teil 1 auf LexDeutsch?

Im Bereich Sprechen Teil 1 finden Sie die 8 Themen des Übungstests mit eigenen Musterbeiträgen von LexDeutsch, über 150 Fragen der Prüfenden mit Musterantworten und einem Timer für die zwei Minuten. Alle 8 Themen sind ohne Anmeldung zugänglich. Im Baukasten für Teil 1 setzen Sie einen Beitrag aus Bausteinen für Ihren eigenen Beruf zusammen.

  1. Tag 1–2: Lesen Sie zu zwei Themen den Musterbeitrag, markieren Sie drei Sätze, die Sie für Ihren Beruf umbauen, und sprechen Sie dann mit Timer frei.
  2. Tag 3–6: Jeden Tag zwei weitere Themen, bis alle acht einmal gesprochen sind. Nehmen Sie sich auf.
  3. Tag 7–8: Üben Sie 1C zu zweit oder mit einer Aufnahme: zuhören, Stichwörter notieren, eine halbe Minute erläutern.
  4. Tag 9–10: Üben Sie 1B: Lassen Sie sich von jemandem Fragen aus der Liste des Trainers stellen, ohne sie vorher zu lesen.

Das ist unser Richtwert, kein offizieller Plan. Wie Teil 2 und Teil 3 laufen, lesen Sie in Sprechen Teil 2: Gespräch mit Kollegen und Sprechen Teil 3: Gemeinsam Lösungen finden; den Überblick über die ganze mündliche Prüfung gibt Mündliche Prüfung B2 Beruf.

Quellen und offizielle Informationen

Die Angaben zu Aufbau, Punkten und Regeln auf dieser Seite stammen aus diesen Dokumenten der Prüfungsanbieter und Behörden. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung beim Anbieter.

Häufige Fragen

Habe ich in Teil 1 Zeit zur Vorbereitung?

Nein. Laut offiziellem Übungstest gibt es in der mündlichen Prüfung DTB B2 keine Vorbereitungszeit. Sie bekommen das Aufgabenblatt mit zwei Themen, wählen eines und beginnen.

Wie lange muss ich in Teil 1A sprechen?

Circa zwei Minuten; den ganzen Ablauf von 1A bis 1C zeigt die Tabelle oben.

Wer fängt in Teil 1 an?

Im offiziellen Ablauf beginnt Teilnehmer/in A mit 1A und 1B, Teilnehmer/in B erläutert in 1C. Danach werden die Rollen getauscht.

Wie viele Punkte gibt es für Teil 1?

Im Kriterium Aufgabenbewältigung zusammen bis zu 12 Punkte (1A 5, 1B 5, 1C 2); die Kriterien II–IV gelten für die ganze mündliche Prüfung, siehe Abschnitt zur Bewertung.

Darf ich einen auswendig gelernten Text vortragen?

Davon raten wir ab. Laut Übungstest müssen die Prüfenden memorisierte Texte unterbrechen und den Prüfungsteil mit gezielten Fragen steuern. Lernen Sie Bausteine und Beispiele, die Sie frei kombinieren.

Was mache ich, wenn ich in 1C den Punkt meines Partners nicht verstanden habe?

Sagen Sie ehrlich, was Sie verstanden haben, und erklären Sie das: „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, er meinte …“ Eine verständliche Erläuterung mit eigenen Worten ist das Ziel von 1C (unser Tipp).

Kann ich Teil 1 auf LexDeutsch kostenlos üben?

Ja: Im Bereich Sprechen Teil 1 sind alle 8 Themen mit Musterbeiträgen und Fragen der Prüfenden ohne Anmeldung zugänglich. Die Prüfungssimulation telc B2 Beruf gehört zu VIP und enthält keinen mündlichen Teil.

Weiterlesen und üben

Quelle: Übungstest 1, Deutsch-Test für den Beruf B2, telc gGmbH, 2020 (herausgegeben vom BAMF), S. 7, 26–29, 42–49 (Ablauf: S. 44–46). Alle Beispielsätze und Musterantworten auf dieser Seite hat LexDeutsch selbst geschrieben. telc ist eine eingetragene Marke der telc gGmbH. LexDeutsch ist ein unabhängiges Lernportal und steht in keiner geschäftlichen oder organisatorischen Verbindung mit der telc gGmbH oder dem BAMF.