telc B1 Lesen Teil 2, Version 3: Wohnen für Hilfe: Studierende bei Senioren. Multiple Choice: 5 Aufgaben ohne Lösungen, Antworten prüfen Sie in der Übung.
Diese Seite zeigt Version 3, die 3. von 10 Übungen zu telc B1 Lesen Teil 2, Thema: Wohnen für Hilfe: Studierende bei Senioren. Sie lesen einen Zeitungsartikel und lösen fünf Aufgaben mit drei Antworten (a, b, c). Sie trainieren detailliertes Lesen eines Sachtextes. Unten steht der vollständige Aufgabentext mit 5 Aufgaben, ohne Lösungen; Ihre Antworten prüfen Sie in der interaktiven Übung. Als eine der ersten drei Übungen dieses Teils ist sie ohne Anmeldung und ohne VIP zugänglich.
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 6–10. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?
Lena Vogt ist 22 Jahre alt, studiert Biologie in Freiburg und wohnt seit Oktober bei Gerda Simon, die 81 ist. Lena hat das Zimmer über das Projekt „Wohnen für Hilfe“ gefunden. Ihr Zimmer ist 18 Quadratmeter groß und hat einen Blick in den Garten. Miete zahlt Lena dafür nicht, sie überweist nur 80 Euro im Monat für Strom, Heizung und Wasser. Statt Geld gibt sie Zeit: Für jeden Quadratmeter hilft sie eine Stunde pro Monat.
Dieses Projekt gibt es in vielen deutschen Universitätsstädten. In Freiburg bringt ein kleiner Verein die Partner zusammen. Zuerst sprechen die Mitarbeiterinnen mit beiden Seiten, danach treffen sich Studierende und Senioren zum Kennenlernen. Erst wenn beide einverstanden sind, wird ein Vertrag unterschrieben. Für die Vermittlung bezahlen weder die jungen noch die alten Leute etwas.
Im Vertrag steht genau, welche Arbeiten die Studierenden übernehmen. Sie kaufen ein, gehen mit dem Hund spazieren, arbeiten im Garten oder erklären, wie das Handy funktioniert. Pflege gehört aber ausdrücklich nicht dazu. Wenn ein Senior Hilfe beim Waschen oder bei den Medikamenten braucht, muss ein Pflegedienst kommen. Auch nachts müssen die jungen Leute nicht im Haus sein.
Für Gerda Simon war die Entscheidung nicht leicht. „Am Anfang hatte ich Angst, dass mir eine fremde Person in der Wohnung zu viel wird“, sagt sie. Ihr Sohn, der in Hamburg lebt, hatte ihr von dem Projekt erzählt. Heute ist sie froh, und am meisten freut sie sich nicht über die Hilfe, sondern über die Gespräche beim Abendessen. Am Wochenende backen die beiden oft zusammen Kuchen.
Ein Problem hat das Projekt allerdings. Zurzeit stehen in Freiburg über 60 Studierende auf der Warteliste, aber nur 15 Senioren bieten ein Zimmer an. Viele ältere Menschen kennen das Angebot nicht oder trauen sich nicht. Der Verein informiert deshalb jetzt in Arztpraxen und Kirchengemeinden über „Wohnen für Hilfe“.