telc B1 Leseverstehen Teil 2

telc Deutsch B1 Leseverstehen Teil 2 im Prüfungsformat: Zeitungsartikel im Detail verstehen (Multiple Choice). 10 Übungen mit Lösungen und Übersetzungen.

Format: telc B1 Lesen Teil 2

Im Prüfungsformat: Zeitungsartikel im Detail verstehen (Multiple Choice).

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 6–10. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?

  • Auf LexDeutsch: 10 Übungen, die ersten drei ohne Anmeldung.

Beispielaufgaben

Die ersten drei Übungen dieses Teils sind ohne Anmeldung kostenlos. Hier ihr Aufgabentext ohne Lösungen; Lösungen und Erklärungen zeigt die Übung nach dem Prüfen.

Lesen Teil 2 – Version 1

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 6–10. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?

Großeltern auf Zeit: Senioren lesen in Grundschulen vor

Jeden Dienstag um zehn Uhr wird es in der Klasse 2b der Lindenschule in Kassel ganz still. Dann kommt Helga Brandt, 71 Jahre alt, mit einer Tasche voller Bücher. Sie ist eine von 35 Lesepatinnen und Lesepaten, die seit zwei Jahren regelmäßig in die Grundschulen der Stadt kommen.

Die Idee stammt von der Schulleiterin Sabine Okonkwo. „Viele Kinder haben zu Hause niemanden, der ihnen vorliest“, erzählt sie. „Manche Eltern arbeiten lange, andere sprechen selbst noch nicht gut Deutsch.“ Deshalb fragte sie bei einem Seniorentreff, ob jemand Zeit und Lust hätte. Schon nach einer Woche hatten sich zwölf Freiwillige gemeldet.

Die Lesepaten arbeiten nicht mit der ganzen Klasse, sondern mit kleinen Gruppen von drei oder vier Kindern. So kann jedes Kind Fragen stellen und selbst ein paar Sätze vorlesen. Ein Buch dauert oft mehrere Wochen, denn nach jedem Kapitel spricht die Gruppe über die Geschichte. Bevor die Senioren anfangen, besuchen sie einen kurzen Kurs in der Stadtbibliothek. Dort lernen sie, welche Bücher für welches Alter passen und wie man schwache Leser motiviert. Außerdem bekommen sie Tipps, wie man spannend vorliest, zum Beispiel mit verschiedenen Stimmen für die Figuren.

Die Lehrerinnen und Lehrer sind zufrieden. Ein Test der Schule hat gezeigt: Nach einem Jahr lasen die Kinder in den Gruppen deutlich besser als vorher. Aber nicht nur die Kinder profitieren. „Nach dem Tod meines Mannes habe ich oft allein zu Hause gesessen“, sagt Helga Brandt. „Jetzt freue ich mich die ganze Woche auf den Dienstag.“

Geld bekommen die Lesepaten für ihre Arbeit nicht. Die Stadt bezahlt ihnen nur die Fahrkarten für Bus und Straßenbahn. Weil inzwischen noch mehr Schulen mitmachen möchten, sucht das Projekt weitere Freiwillige. Wer Interesse hat, kann sich in der Stadtbibliothek melden.

Aufgaben

  • 6. Die Lesepatinnen und Lesepaten in Kassel
    • a) lesen seit zwei Jahren regelmäßig in Grundschulen vor.
    • b) arbeiten jeden Tag mit der Klasse 2b.
    • c) sind alle über 70 Jahre alt.
  • 7. Die Schulleiterin hatte die Idee, weil
    • a) die Lehrer keine Zeit zum Vorlesen haben.
    • b) die Kinder zu Hause oft keine Geschichten hören.
    • c) die Eltern sie darum gebeten hatten.
  • 8. In den Lesestunden
    • a) liest eine Lesepatin der ganzen Klasse vor.
    • b) dürfen die Kinder auch selbst lesen und Fragen stellen.
    • c) lernen die Kinder, welche Bücher zu ihrem Alter passen.
  • 9. Nach einem Jahr
    • a) hatten sich die Kinder in den Gruppen beim Lesen verbessert.
    • b) machten alle Schulen der Stadt einen Lesetest.
    • c) wollten die Lehrer wieder selbst vorlesen.
  • 10. Die Lesepatinnen und Lesepaten
    • a) bekommen für ihre Arbeit ein kleines Gehalt.
    • b) müssen ihre Fahrkarten selbst bezahlen.
    • c) sollen mehr werden, weil sich weitere Schulen für das Projekt interessieren.

Lesen Teil 2 – Version 2

Freitags frei: Eine Firma testet die Vier-Tage-Woche

Bei der Firma Holzmann Haustechnik in Osnabrück ist der Freitag seit Januar ein besonderer Tag. Die meisten der 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben dann frei. Das Unternehmen, das Heizungen und Bäder einbaut, testet ein Jahr lang die Vier-Tage-Woche. Wer mitmacht, arbeitet von Montag bis Donnerstag und bekommt trotzdem den vollen Lohn.

Die Idee kam von Geschäftsführer Markus Holzmann selbst. „Wir finden kaum noch junge Fachkräfte“, erklärt er. „Viele Bewerber fragen im Gespräch nicht zuerst nach dem Gehalt, sondern nach der Freizeit.“ Mit dem freien Freitag möchte er die Firma für neue Leute interessanter machen. An Aufträgen fehlt es dagegen nicht, und eine Umfrage unter den Mitarbeitern gab es vorher auch nicht.

Ganz einfach war die Umstellung nicht. Die Kunden erwarten nämlich auch am Freitag Hilfe, zum Beispiel wenn die Heizung kaputt ist. Deshalb gibt es ein kleines Team, das von Dienstag bis Freitag arbeitet und dafür am Montag frei hat. Die fünf Kollegen haben sich freiwillig gemeldet und bleiben das ganze Jahr in diesem Team. Das Büro selbst ist freitags geschlossen, Anrufe gehen direkt an das Freitagsteam. Die Arbeitstage sind für alle im Vier-Tage-Modell etwas länger geworden: Statt acht Stunden arbeitet man jetzt neun.

Nach sechs Monaten hat die Firma eine erste Bilanz gezogen. Die Zahl der Krankheitstage ist deutlich gesunken. Außerdem schaffen die Teams in vier Tagen fast genauso viel wie früher in fünf. Und es gab mehr Bewerbungen: Für zwei freie Ausbildungsplätze meldeten sich zwölf junge Leute, im Vorjahr waren es nur drei.

Doch nicht alle sind begeistert. Monteur Jan Petersen, 52, findet die langen Tage anstrengend. „Abends bin ich oft zu müde für meine Familie“, sagt er. Er und drei andere Kollegen arbeiten deshalb weiter fünf Tage pro Woche, und das ist in der Firma erlaubt. Ob die Vier-Tage-Woche bleibt, wollen im Dezember alle Mitarbeiter gemeinsam entscheiden.

Aufgaben

  • 6. Die Firma Holzmann
    • a) arbeitet schon seit zwei Jahren nur noch an vier Tagen.
    • b) probiert zwölf Monate lang ein neues Arbeitszeitmodell aus.
    • c) zahlt für die kürzere Woche weniger Lohn.
  • 7. Der Geschäftsführer hat die Vier-Tage-Woche eingeführt, weil
    • a) die Mitarbeiter es in einer Umfrage gefordert hatten.
    • b) die Firma zu wenige Aufträge hatte.
    • c) er so leichter neues Personal finden möchte.
  • 8. Damit Kunden auch am Freitag Hilfe bekommen,
    • a) hat eine kleine Gruppe an einem anderen Wochentag frei.
    • b) bleibt das Büro am Freitag bis zum Mittag geöffnet.
    • c) arbeiten alle Mitarbeiter abwechselnd am Freitag.
  • 9. Nach einem halben Jahr
    • a) waren die Mitarbeiter wegen der langen Tage öfter krank.
    • b) hatte die Firma weniger Bewerbungen als im Vorjahr.
    • c) gab es weniger Krankheitstage als vorher.
  • 10. Am Ende des Testjahres
    • a) will der Chef allein über das Modell entscheiden.
    • b) bestimmt die ganze Belegschaft, wie es weitergeht.
    • c) müssen alle wieder fünf Tage pro Woche arbeiten.

Lesen Teil 2 – Version 3

Wohnen für Hilfe: Studierende ziehen bei Senioren ein

Lena Vogt ist 22 Jahre alt, studiert Biologie in Freiburg und wohnt seit Oktober bei Gerda Simon, die 81 ist. Lena hat das Zimmer über das Projekt „Wohnen für Hilfe“ gefunden. Ihr Zimmer ist 18 Quadratmeter groß und hat einen Blick in den Garten. Miete zahlt Lena dafür nicht, sie überweist nur 80 Euro im Monat für Strom, Heizung und Wasser. Statt Geld gibt sie Zeit: Für jeden Quadratmeter hilft sie eine Stunde pro Monat.

Dieses Projekt gibt es in vielen deutschen Universitätsstädten. In Freiburg bringt ein kleiner Verein die Partner zusammen. Zuerst sprechen die Mitarbeiterinnen mit beiden Seiten, danach treffen sich Studierende und Senioren zum Kennenlernen. Erst wenn beide einverstanden sind, wird ein Vertrag unterschrieben. Für die Vermittlung bezahlen weder die jungen noch die alten Leute etwas.

Im Vertrag steht genau, welche Arbeiten die Studierenden übernehmen. Sie kaufen ein, gehen mit dem Hund spazieren, arbeiten im Garten oder erklären, wie das Handy funktioniert. Pflege gehört aber ausdrücklich nicht dazu. Wenn ein Senior Hilfe beim Waschen oder bei den Medikamenten braucht, muss ein Pflegedienst kommen. Auch nachts müssen die jungen Leute nicht im Haus sein.

Für Gerda Simon war die Entscheidung nicht leicht. „Am Anfang hatte ich Angst, dass mir eine fremde Person in der Wohnung zu viel wird“, sagt sie. Ihr Sohn, der in Hamburg lebt, hatte ihr von dem Projekt erzählt. Heute ist sie froh, und am meisten freut sie sich nicht über die Hilfe, sondern über die Gespräche beim Abendessen. Am Wochenende backen die beiden oft zusammen Kuchen.

Ein Problem hat das Projekt allerdings. Zurzeit stehen in Freiburg über 60 Studierende auf der Warteliste, aber nur 15 Senioren bieten ein Zimmer an. Viele ältere Menschen kennen das Angebot nicht oder trauen sich nicht. Der Verein informiert deshalb jetzt in Arztpraxen und Kirchengemeinden über „Wohnen für Hilfe“.

Aufgaben

  • 6. Lena Vogt
    • a) bezahlt für ihr Zimmer eine normale Miete.
    • b) hilft Frau Simon jeden Tag eine Stunde.
    • c) zahlt nur die Nebenkosten und hilft dafür im Alltag.
  • 7. Bevor ein Vertrag unterschrieben wird,
    • a) lernen sich die beiden Partner persönlich kennen.
    • b) zahlen die Studierenden eine Gebühr an den Verein.
    • c) wählt der Verein den Studenten allein aus.
  • 8. Zu den Aufgaben der Studierenden
    • a) gehört auch die Pflege der Senioren.
    • b) gehören zum Beispiel Einkäufe und Arbeit im Garten.
    • c) gehört es, nachts im Haus zu bleiben.
  • 9. Gerda Simon
    • a) war von Anfang an begeistert von der Idee.
    • b) freut sich mehr über die Gespräche als über die Hilfe im Haushalt.
    • c) hat ihrem Sohn von dem Projekt erzählt.
  • 10. Der Verein
    • a) braucht mehr ältere Menschen, die ein Zimmer anbieten.
    • b) hat zu wenige Studierende für das Projekt.
    • c) macht jetzt vor allem an der Universität Werbung.

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