telc B1 Lesen Teil 2, Version 2: Eine Firma testet die Vier-Tage-Woche. Multiple Choice: 5 Aufgaben ohne Lösungen, Antworten prüfen Sie in der Übung.
Diese Seite zeigt Version 2, die 2. von 10 Übungen zu telc B1 Lesen Teil 2, Thema: Eine Firma testet die Vier-Tage-Woche. Sie lesen einen Zeitungsartikel und lösen fünf Aufgaben mit drei Antworten (a, b, c). Sie trainieren detailliertes Lesen eines Sachtextes. Unten steht der vollständige Aufgabentext mit 5 Aufgaben, ohne Lösungen; Ihre Antworten prüfen Sie in der interaktiven Übung. Als eine der ersten drei Übungen dieses Teils ist sie ohne Anmeldung und ohne VIP zugänglich.
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 6–10. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?
Bei der Firma Holzmann Haustechnik in Osnabrück ist der Freitag seit Januar ein besonderer Tag. Die meisten der 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben dann frei. Das Unternehmen, das Heizungen und Bäder einbaut, testet ein Jahr lang die Vier-Tage-Woche. Wer mitmacht, arbeitet von Montag bis Donnerstag und bekommt trotzdem den vollen Lohn.
Die Idee kam von Geschäftsführer Markus Holzmann selbst. „Wir finden kaum noch junge Fachkräfte“, erklärt er. „Viele Bewerber fragen im Gespräch nicht zuerst nach dem Gehalt, sondern nach der Freizeit.“ Mit dem freien Freitag möchte er die Firma für neue Leute interessanter machen. An Aufträgen fehlt es dagegen nicht, und eine Umfrage unter den Mitarbeitern gab es vorher auch nicht.
Ganz einfach war die Umstellung nicht. Die Kunden erwarten nämlich auch am Freitag Hilfe, zum Beispiel wenn die Heizung kaputt ist. Deshalb gibt es ein kleines Team, das von Dienstag bis Freitag arbeitet und dafür am Montag frei hat. Die fünf Kollegen haben sich freiwillig gemeldet und bleiben das ganze Jahr in diesem Team. Das Büro selbst ist freitags geschlossen, Anrufe gehen direkt an das Freitagsteam. Die Arbeitstage sind für alle im Vier-Tage-Modell etwas länger geworden: Statt acht Stunden arbeitet man jetzt neun.
Nach sechs Monaten hat die Firma eine erste Bilanz gezogen. Die Zahl der Krankheitstage ist deutlich gesunken. Außerdem schaffen die Teams in vier Tagen fast genauso viel wie früher in fünf. Und es gab mehr Bewerbungen: Für zwei freie Ausbildungsplätze meldeten sich zwölf junge Leute, im Vorjahr waren es nur drei.
Doch nicht alle sind begeistert. Monteur Jan Petersen, 52, findet die langen Tage anstrengend. „Abends bin ich oft zu müde für meine Familie“, sagt er. Er und drei andere Kollegen arbeiten deshalb weiter fünf Tage pro Woche, und das ist in der Firma erlaubt. Ob die Vier-Tage-Woche bleibt, wollen im Dezember alle Mitarbeiter gemeinsam entscheiden.