DTZ · Sprechen Teil 3
DTZ Sprechen Teil 3: Gemeinsam etwas planen – Redemittel und Dialog
Aktualisiert: · LexDeutsch Redaktion
Wie läuft DTZ Sprechen Teil 3 ab?
Teil 3 ist der letzte Teil der mündlichen Prüfung im Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ). Er dauert ca. 6 Minuten. Die ganze mündliche Prüfung machen Sie in der Regel zu zweit mit zwei Prüfenden, sie dauert ca. 16 Minuten: Teil 1 ca. 4, Teil 2 ca. 6 und Teil 3 ca. 6 Minuten.
Anders als in Teil 2 bekommen beide Personen dasselbe Aufgabenblatt. Darauf steht eine Situation und es stehen Notizen zu den Punkten, die Sie zusammen klären sollen. Im offiziellen Übungssatz 1 von g.a.s.t. ist das ein Ausflug mit dem Deutschkurs: wohin, was besichtigen, wo übernachten, was essen und wer kommen soll. Ihre Aufgabe ist, Ideen mitzuteilen, Vorschläge zu machen und auf die Vorschläge der anderen Person zu reagieren.
| Teil 3 | Angabe im Übungssatz |
|---|---|
| Name | Gemeinsam etwas planen |
| Dauer | ca. 6 Minuten |
| Material | ein Aufgabenblatt mit Notizen, für beide Personen gleich |
| Was Sie tun | Ideen mitteilen, Vorschläge machen, auf Vorschläge reagieren |
| Aufgabenbewältigung | bis zu 20 Punkte |
| Vorbereitungszeit | im Übungssatz nicht genannt |
Teil 3 ist ein Gespräch zwischen Ihnen beiden, kein Interview mit den Prüfenden. Unser Tipp: Schauen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner an, nicht die Prüfenden, und sprechen Sie die andere Person direkt an.
Welche Punkte muss der Plan klären?
Die Notizen auf dem Aufgabenblatt sind Ihr Leitfaden. Gehen Sie sie der Reihe nach durch und bleiben Sie bei jedem Punkt, bis Sie eine Lösung haben. Unser Tipp: Ordnen Sie die Notizen nach W-Fragen. Die Notizen im Übungssatz (wohin, was besichtigen, wo übernachten, was essen, wer kommt) passen alle zu „wann“, „wo“, „was“ oder „wer“ – mit diesem Raster behalten Sie auch bei einer anderen Aufgabe den Überblick.
| Frage | Typische Notiz | Satz für den Anfang |
|---|---|---|
| Wann? | Tag, Uhrzeit, wie lange | „Wann passt es Ihnen am besten – am Wochenende oder unter der Woche?“ |
| Wo? | Ort, Ziel, Treffpunkt | „Wohin wollen wir fahren? Ich schlage … vor.“ |
| Was? | Programm, Essen, Geschenk, Kosten | „Was machen wir dort? Wir könnten zum Beispiel …“ |
| Wer? | wer kommt, wer macht was | „Wer kümmert sich um …? Ich kann gern … übernehmen.“ |
Am Ende fassen Sie kurz zusammen, was Sie beschlossen haben: „Gut, dann fahren wir am 12. Mai mit dem Regionalzug nach Heidelberg, besichtigen das Schloss, und ich frage im Kurs, wer mitkommt.“ So ist klar, dass Sie alle Punkte besprochen haben.
Wie beginne ich das Gespräch?
Unser Tipp: Bereiten Sie sich auf beide Rollen vor – auf den ersten Vorschlag und auf die erste Reaktion.
- Wenn Sie beginnen: Nennen Sie kurz die Aufgabe und machen Sie den ersten Vorschlag. „Wir sollen ein Fest für unseren Kurs planen. Ich würde vorschlagen, dass wir zuerst über den Termin sprechen. Was meinen Sie, passt der Freitagabend?“
- Wenn die andere Person beginnt: Reagieren Sie zuerst auf den Vorschlag und bringen Sie dann eine eigene Idee ein. „Freitag ist gut für mich. Aber vielleicht lieber um sieben, weil viele bis sechs arbeiten.“
Unser Tipp zur Anrede: Ob Sie „Sie“ oder „du“ sagen, richtet sich nach der Situation. Im Kurs duzen sich viele Teilnehmende; in der Prüfung ist „Sie“ der sichere Weg, wenn Sie die Person nicht kennen. Wichtig ist nur, dass Sie bei einer Form bleiben.
Redemittel: Vorschlag, Zustimmung, Ablehnung, Kompromiss
Die Aufgabe im Übungssatz lautet: Ideen mitteilen, Vorschläge machen und auf Vorschläge reagieren. Für jede dieser Handlungen brauchen Sie ein paar sichere Sätze – und für das Ende des Gesprächs eine Einigung. Zu jeder Funktion reichen zwei Sätze, die Sie sicher beherrschen.
| Funktion | Redemittel |
|---|---|
| Vorschlag machen | „Ich schlage vor, dass wir …“ · „Wie wäre es mit …?“ · „Wir könnten auch …“ |
| Nach der Meinung fragen | „Was meinen Sie?“ · „Was halten Sie davon?“ · „Haben Sie eine andere Idee?“ |
| Zustimmen | „Gute Idee!“ · „Einverstanden.“ · „Das finde ich auch gut, weil …“ |
| Höflich widersprechen | „Ich weiß nicht, ob das gut ist, weil …“ · „Das ist eine Idee, aber …“ · „Lieber nicht, denn …“ |
| Kompromiss finden | „Dann machen wir es so: …“ · „Was halten Sie von einem Kompromiss: …?“ · „Vielleicht beides: zuerst …, dann …“ |
| Aufgaben verteilen | „Ich übernehme …“ · „Können Sie sich um … kümmern?“ |
| Zusammenfassen | „Also, wir haben beschlossen: …“ · „Dann ist alles klar.“ |
Unser Tipp: Ein Widerspruch ist kein Problem, sondern macht das Gespräch lebendig. Begründen Sie ihn aber immer mit „weil“ oder „denn“ und bieten Sie danach eine andere Lösung an.
Was tun, wenn die Partnerin oder der Partner wenig sagt?
Vielleicht fragen Sie sich, was passiert, wenn Ihre Partnerin oder Ihr Partner still oder sehr unsicher ist. Zuerst die Fakten: Das Ergebnis im Sprechen bekommt jede Person für sich, mit bis zu 100 Punkten. Wie die Prüfenden ein Paar mit sehr unterschiedlichem Niveau konkret bewerten, beschreibt der Übungssatz nicht. Sie können aber selbst viel tun, damit das Gespräch weiterläuft.
- Geben Sie zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Statt „Was meinen Sie?“ fragen Sie: „Lieber Samstag oder Sonntag?“ Darauf kann man mit einem Wort beginnen.
- Fragen Sie einfacher nach. „Haben Sie eine Idee für das Essen?“ – keine Antwort – „Mögen Sie Pizza? Oder lieber etwas Selbstgekochtes?“
- Nehmen Sie kurze Antworten auf und bauen Sie sie aus. Partner: „Park.“ Sie: „Ein Picknick im Park, das ist eine schöne Idee. Dann brauchen wir eine Decke und Getränke.“
- Halten Sie keinen Monolog. Auch wenn die andere Person wenig sagt: Machen Sie nach jedem Vorschlag eine Pause und fragen Sie nach. Teil 3 ist ein Gespräch.
- Bleiben Sie freundlich und ruhig. Kein „Sagen Sie doch etwas!“, sondern: „Kein Problem, ich mache einen Vorschlag.“
Umgekehrt gilt: Wenn Ihre Partnerin oder Ihr Partner sehr viel spricht, unterbrechen Sie höflich: „Darf ich kurz etwas dazu sagen?“ oder „Entschuldigung, ich habe noch eine Idee.“ Auch Sie brauchen Zeit für Ihre Vorschläge.
Beispieldialog auf B1: ein Abschiedsfest planen
Ein eigenes Beispiel von LexDeutsch, kein Prüfungsmaterial. Situation: Ihre Kursleiterin, Frau Klein, verlässt nach dem Kurs die Schule. Sie planen zu zweit ein kleines Abschiedsfest. Notizen: wann, wo, Essen und Getränke, Geschenk, wer macht was.
- Amira: Wir sollen ein Abschiedsfest für Frau Klein planen. Ich schlage vor, wir sprechen zuerst über den Termin. Wie wäre es mit dem letzten Kurstag, also nächsten Freitag?
- Pavel: Freitag ist gut. Aber nach dem Unterricht oder am Abend? Am Abend haben einige keine Zeit, weil sie Kinder haben.
- Amira: Stimmt. Dann lieber direkt nach dem Unterricht, um zwölf. Und wo? Im Kursraum oder in einem Café?
- Pavel: Ein Café ist teuer für zwanzig Leute. Ich finde den Kursraum besser, da können wir auch Musik hören.
- Amira: Einverstanden. Dann zum Essen: Jeder bringt etwas aus seinem Heimatland mit. Was halten Sie davon?
- Pavel: Sehr gute Idee! Ich bringe Pelmeni mit. Und Getränke? Saft und Wasser reichen, glaube ich.
- Amira: Ja, und vielleicht Kaffee. Jetzt das Geschenk. Ich dachte an Blumen.
- Pavel: Blumen sind schön, aber sie halten nicht lange. Wie wäre es mit einem Fotobuch vom Kurs?
- Amira: Das gefällt mir, aber ein Fotobuch dauert lange. Was halten Sie von einem Kompromiss: eine große Karte, auf die alle etwas schreiben, und dazu ein paar Blumen?
- Pavel: Gut, so machen wir es. Wer kümmert sich um die Karte?
- Amira: Ich kaufe die Karte und sammle die Unterschriften. Können Sie die Blumen besorgen und die anderen per Gruppenchat informieren?
- Pavel: Ja, das mache ich. Also: Freitag um zwölf im Kursraum, jeder bringt etwas zu essen mit, Sie kümmern sich um die Karte, ich um die Blumen und die Nachricht an die Gruppe.
- Amira: Genau. Dann ist alles klar.
Warum das gut funktioniert: Jeder Punkt der Notizen kommt vor, beide machen Vorschläge, ein Widerspruch wird begründet, es gibt einen Kompromiss, die Aufgaben werden verteilt und am Ende steht eine Zusammenfassung.
Welche typischen Fehler sollten Sie vermeiden?
- Mit den Prüfenden statt mit dem Partner sprechen. Teil 3 ist ein Gespräch zwischen Ihnen beiden.
- Punkte auf dem Blatt vergessen. Gehen Sie die Notizen auf dem Blatt der Reihe nach durch.
- Nur zustimmen. Wer zu allem „Ja, gut“ sagt, macht keine eigenen Vorschläge. Bringen Sie zu jedem Punkt mindestens eine eigene Idee ein.
- Ohne Begründung widersprechen. „Nein“ allein stoppt das Gespräch. Sagen Sie, warum, und machen Sie einen Gegenvorschlag.
- Lange Monologe. Zwei bis drei Sätze, dann eine Frage an die andere Person.
- Kein Ergebnis. Ein Plan ohne Entscheidung ist kein Plan. Fassen Sie am Ende zusammen.
Wie wird Teil 3 bewertet?
Im Sprechen gibt es maximal 100 Punkte. Für die Aufgabenbewältigung in Teil 3 vergeben die Prüfenden bis zu 20 Punkte – mehr als für jeden anderen Teil (Teil 1A und 1B je 5, Teil 2A und 2B je 10). Die anderen 50 Punkte gelten für das ganze Gespräch: Aussprache/Intonation 10, Flüssigkeit 10, Korrektheit 15 und Wortschatz 15.
Die zwei Prüfenden bewerten unabhängig voneinander und müssen sich nicht einigen; das Ergebnis ist der Mittelwert. Mit 75–100 Punkten erreichen Sie im Sprechen B1, mit 35–74,5 Punkten A2. Ohne B1 im Sprechen gibt es kein Zertifikat B1. Wie die drei Teilergebnisse zusammenkommen, erklärt DTZ Prüfung B1.
Wie üben Sie Teil 3 zu zweit?
Für DTZ Sprechen Teil 3 gibt es auf LexDeutsch im Moment keine eigene Übungsseite. Am besten üben Sie mit einer Person aus Ihrem Kurs – auch per Videoanruf.
- Schreiben Sie fünf Situationen auf Karten: ein Kursfest, einen Ausflug, Hilfe beim Umzug, ein Geschenk für eine Kollegin, einen Spielenachmittag für Kinder. Zu jeder Situation vier oder fünf Notizen, wie auf dem Aufgabenblatt.
- Ziehen Sie eine Karte und sprechen Sie sechs Minuten. Stellen Sie einen Timer auf dem Handy.
- Eine Person spielt beim zweiten Mal bewusst einen stillen Partner. So üben Sie Auswahlfragen und Nachfragen.
- Nehmen Sie das Gespräch auf und prüfen Sie: Kamen alle Notizen vor? Gab es einen Kompromiss und eine Zusammenfassung?
- Lernen Sie die Redemittel aus der Tabelle oben auswendig – die zwei Sätze pro Funktion, mit denen Sie sich am sichersten fühlen.
Das offizielle Beispiel-Aufgabenblatt zu Teil 3 steht im Übungssatz 1 und im Übungssatz 2 von g.a.s.t. (PDF). Für die ersten beiden Teile der mündlichen Prüfung lesen Sie DTZ Sprechen Teil 1 und Bildbeschreibung DTZ B1. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, aber wer die Redemittel sicher kann, hat in den sechs Minuten den Kopf frei für den Inhalt.
Quellen und offizielle Informationen
Die Angaben zu Aufbau, Punkten und Regeln auf dieser Seite stammen aus diesen Dokumenten der Prüfungsanbieter und Behörden. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung beim Anbieter.
- Deutsch-Test für Zuwanderer A2–B1, Übungssatz 1 (Juni 2024)
g.a.s.t. e. V. · Aufbau und Zeiten, Punkte und Bestehen, Lösungen
- Deutsch-Test für Zuwanderer A2–B1, Übungssatz 2
g.a.s.t. e. V. · Aufbau und Zeiten, Lösungen
- FAQ zum DTZ
g.a.s.t. e. V. · Prüfungsregeln, Wiederholung
- Abschlussprüfung im Integrationskurs
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) · Punkte und Bestehen, Wiederholung
Häufige Fragen
Was muss ich in DTZ Sprechen Teil 3 machen?
Sie planen zusammen mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner etwas, zum Beispiel einen Ausflug oder ein Fest. Auf dem Aufgabenblatt stehen Notizen zu den Punkten. Sie bringen Ihre Ideen ein, machen Vorschläge und reagieren auf die Vorschläge der anderen Person.
Wie lange dauert Teil 3?
Teil 3 dauert ca. 6 Minuten. Die ganze mündliche Prüfung dauert ca. 16 Minuten, dazu kommen etwa 4 Minuten Beratung der Prüfenden.
Wer fängt in Teil 3 an?
Unser Tipp: Bereiten Sie sich auf beide Fälle vor – einen ersten Vorschlag machen oder zuerst auf den Vorschlag der anderen Person reagieren. Dann sind Sie in jeder Reihenfolge sicher.
Was passiert, wenn mein Partner schwach ist oder schweigt?
Das Ergebnis im Sprechen bekommt jede Person für sich. Wie die Prüfenden ein sehr ungleiches Paar konkret bewerten, steht im Übungssatz nicht. Unser Tipp: Bieten Sie zwei Möglichkeiten zur Auswahl an, fragen Sie einfacher nach und bauen Sie kurze Antworten aus, ohne einen Monolog zu halten.
Wie viele Punkte gibt es für Teil 3?
Für die Aufgabenbewältigung in Teil 3 gibt es bis zu 20 Punkte, das ist der größte Anteil der Aufgabenbewältigung. Aussprache, Flüssigkeit, Korrektheit und Wortschatz zählen für das ganze Gespräch.
Muss ich „Sie“ oder „du“ sagen?
Unser Tipp: Beides ist möglich, wenn es zur Situation passt. Wenn Sie die andere Person nicht kennen, ist „Sie“ der sichere Weg. Bleiben Sie im ganzen Gespräch bei einer Form.
Kann ich Teil 3 auf LexDeutsch üben?
Eine eigene Übungsseite für Teil 3 gibt es im Moment nicht. Auf dieser Seite finden Sie Redemittel, typische Fehler und einen Beispieldialog; üben Sie damit zu zweit mit eigenen Situationskarten.
Weiterlesen und üben
- DTZ Sprechen Teil 1Über sich sprechen: Ablauf, Redemittel, Beispiel.
- Bildbeschreibung DTZ B1 (Teil 2)Foto beschreiben und von eigenen Erfahrungen erzählen.
- Sprechen Teil 1 übenBaukasten mit Satzbausteinen und zwei Beispielvorstellungen.
- DTZ Prüfung B1Alle Teile, Punkte und das Ergebnis A2 oder B1.
- Welche B1-Prüfung passt zu mir?DTZ, telc B1 und Goethe B1 im Vergleich.
Quellen: Übungssatz 1 und 2 „Deutsch-Test für Zuwanderer A2–B1“, g.a.s.t., Juni 2024 (mündliche Prüfung, Punkte im Sprechen). Der Beispieldialog und alle Situationen auf dieser Seite sind eigene Beispiele von LexDeutsch, keine Prüfungsaufgaben. LexDeutsch ist ein unabhängiges Lernportal und steht in keiner Verbindung mit g.a.s.t., der telc gGmbH oder dem BAMF.