DTZ · Sprechen Teil 2

Bildbeschreibung DTZ B1: Foto beschreiben und von sich erzählen

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Was passiert in DTZ Sprechen Teil 2?

Teil 2 heißt im Übungssatz „Über Erfahrungen sprechen“. Er folgt direkt auf die Vorstellung in Teil 1 und dauert ca. 6 Minuten für beide Personen zusammen. Die ganze mündliche Prüfung machen Sie in der Regel zu zweit mit zwei Prüfenden, sie dauert ca. 16 Minuten.

Jede Person bekommt ein eigenes Aufgabenblatt mit einem Foto. Beide Bilder gehören zum selben Thema, aber jede Person hat ein anderes Bild. Die Aufgabe beginnt mit einer Alltagssituation: Sie haben in einer Zeitschrift ein Foto gefunden. Sie erzählen, was Sie auf dem Foto sehen und was für eine Situation das ist, und sprechen dann über Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema. Danach stellen die Prüfenden Fragen. Sie dürfen auch mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über die Bilder sprechen, dazu wird aber nicht ausdrücklich aufgefordert.

TeilWas Sie tunAufgabenbewältigung
2A Über Erfahrungen sprechendas Bild beschreiben, die Situation erklären, von eigenen Erfahrungen erzählenbis zu 10 Punkte
2B Auf Nachfragen reagierenFragen der Prüfenden zum Thema und zu Ihren Erfahrungen beantwortenbis zu 10 Punkte

Eine Vorbereitungszeit nennt der offizielle Übungssatz 1 von g.a.s.t. nicht. Unser Tipp: Rechnen Sie damit, das Foto erst in der Prüfung zu sehen. Deshalb hilft eine feste Reihenfolge im Kopf mehr als auswendig gelernte Texte.

Welche Themen zeigen die Bilder?

Eine offizielle Themenliste gibt es nicht. Unser Tipp: Rechnen Sie mit Szenen aus dem Alltag, die Sie aus Ihrem eigenen Leben kennen. Bereiten Sie sich auf diese Bereiche vor und sammeln Sie zu jedem zehn Wörter und eine eigene kleine Geschichte.

  • Wohnen: Umzug, Nachbarn, Wohnungssuche, Ordnung im Haus
  • Arbeit: Arbeitsplatz, Kollegen, Homeoffice, Arbeitszeiten
  • Familie und Kinder: Kita, Schule, Familienfeste, Hausaufgaben
  • Einkaufen: Supermarkt, Wochenmarkt, Online-Bestellung
  • Gesundheit: Arztpraxis, Sport, gesunde Ernährung
  • Freizeit und Verkehr: Park, Ausflug, Bus und Bahn, Fahrrad
  • Lernen: Deutschkurs, Weiterbildung, Lernen mit dem Handy

In welcher Reihenfolge beschreibe ich das Bild?

Unser Tipp ist eine Reihenfolge in fünf Schritten: vom Allgemeinen zum Konkreten und dann zu Ihnen. Zu jedem Schritt reichen ein bis drei Sätze. So haben Sie nach etwa einer Minute das Bild beschrieben und noch genug Zeit für das Wichtigste – Ihre eigenen Erfahrungen.

  1. Thema: Worum geht es auf dem Bild? „Auf dem Bild geht es um das Thema Einkaufen.“
  2. Personen: Wer ist zu sehen? Wie viele, wie alt, wie sehen sie aus? „Ich sehe eine Frau und ein Kind, vielleicht Mutter und Tochter.“
  3. Ort: Wo ist das? Drinnen oder draußen, Stadt oder Land? „Sie sind auf einem Wochenmarkt, im Hintergrund sieht man Stände mit Obst.“
  4. Handlung: Was machen die Personen, wie geht es ihnen? „Die Frau bezahlt gerade, das Kind hält eine Tüte mit Äpfeln. Beide lächeln, sie haben wohl gute Laune.“
  5. Eigene Erfahrung: Was haben Sie selbst erlebt, wie ist es in Ihrem Heimatland? „Ich gehe auch gern auf den Markt, meistens samstags …“

Wenn Sie etwas auf dem Bild nicht genau erkennen, sagen Sie das ruhig: „Ich bin nicht sicher, aber ich glaube …“. Vermutungen mit „vielleicht“, „wahrscheinlich“ oder „es sieht so aus, als ob …“ sind auf B1 sehr nützlich.

Redemittel für die Bildbeschreibung

SchrittRedemittel
Thema nennen„Auf dem Bild geht es um …“ · „Das Bild zeigt eine Situation aus dem Alltag: …“
Personen„Ich sehe …“ · „Im Vordergrund steht …“ · „Die Frau ist etwa 40 Jahre alt.“
Ort„Das Bild wurde wahrscheinlich in … aufgenommen.“ · „Im Hintergrund sieht man …“ · „Links/rechts ist …“
Handlung„Die Personen … gerade.“ · „Es sieht so aus, als ob …“ · „Vielleicht warten sie auf …“
Stimmung„Die Leute sehen zufrieden/gestresst aus.“ · „Ich glaube, sie haben es eilig.“
Eigene Erfahrung„Das kenne ich gut. Letzten Monat habe ich …“ · „Bei mir ist das anders: …“
Heimatland„In meinem Heimatland ist das ähnlich/ganz anders.“ · „Bei uns macht man das meistens …“
Meinung„Ich finde das praktisch, weil …“ · „Für mich ist wichtig, dass …“

Wie erzähle ich von eigenen Erfahrungen?

Teil 2 heißt nicht ohne Grund „Über Erfahrungen sprechen“. Die Beschreibung des Bildes ist der Einstieg, Ihre eigene Geschichte ist der Kern. Unser Tipp: Erzählen Sie ein konkretes Erlebnis, nicht eine allgemeine Meinung. „Einkaufen ist wichtig“ sagt wenig, „Letzten Samstag habe ich auf dem Markt zum ersten Mal Spargel gekauft“ ist eine Geschichte.

  • Vergangenheit im Perfekt: „Ich habe … gekauft“, „Wir sind … gefahren“, dazu „war“ und „hatte“ im Präteritum.
  • Vergleich früher – heute: „Früher habe ich …, heute …“
  • Vergleich Heimat – Deutschland: „In meinem Heimatland …, in Deutschland …“
  • Begründung: „…, weil …“, „deshalb …“, „trotzdem …“
  • Abschluss mit Meinung: „Deshalb finde ich …“, „Am liebsten …“

Diese fünf Mittel reichen für eine Antwort von einer Minute. Die Fragen in Teil 2B können genau dort anschließen, zum Beispiel: „Warum?“, „Wie war das in Ihrem Heimatland?“, „Was machen Sie lieber?“. Antworten Sie dann wieder mit zwei bis drei Sätzen.

Drei Beispielantworten auf B1

Die drei Antworten sind eigene Beispiele von LexDeutsch zu ausgedachten Bildern, kein Material aus der Prüfung. Jede folgt den fünf Schritten und dauert gesprochen etwa eine bis eineinhalb Minuten.

Bild 1: Familie beim Umzug. „Auf dem Bild geht es um das Thema Wohnen, genauer gesagt um einen Umzug. Ich sehe einen Mann und eine Frau, sie tragen zusammen eine große Kiste. Sie stehen vor einem Haus, daneben parkt ein Transporter. Der Mann sieht ein bisschen müde aus, die Frau lacht. Ich glaube, sie ziehen gerade in eine neue Wohnung. Das kenne ich gut: Vor zwei Jahren sind wir von Hamm nach Dortmund umgezogen. Wir hatten kein Geld für eine Umzugsfirma, deshalb haben uns Freunde aus dem Kurs geholfen. Das war anstrengend, aber am Abend haben wir zusammen in der leeren Küche Pizza gegessen. In meinem Heimatland hilft bei einem Umzug meistens die ganze Familie, hier sind es oft Freunde.“

Bild 2: Homeoffice mit Kind. „Das Foto zeigt eine Situation aus dem Arbeitsleben. Eine Frau sitzt am Küchentisch vor einem Laptop, neben ihr malt ein kleiner Junge. Es sieht so aus, als ob sie gerade eine Videokonferenz hat und gleichzeitig auf das Kind aufpasst. Sie wirkt konzentriert, aber auch ein bisschen gestresst. Ich arbeite selbst zwei Tage pro Woche von zu Hause. Am Anfang fand ich das sehr praktisch, weil ich nicht mehr eine Stunde mit dem Bus fahren musste. Aber wenn meine Tochter krank ist, ist es schwierig, ruhig zu arbeiten. In meinem Heimatland arbeiten nur wenige Leute im Homeoffice, das ist dort noch neu.“

Bild 3: Beim Arzt. „Auf diesem Bild geht es um Gesundheit. Ich sehe ein Wartezimmer in einer Arztpraxis. Drei Personen sitzen auf Stühlen, ein älterer Mann liest eine Zeitschrift, eine junge Frau schaut auf ihr Handy. Wahrscheinlich warten sie schon lange. Über Arzttermine habe ich in Deutschland viel gelernt. Beim ersten Mal wusste ich nicht, dass man vorher anrufen muss, und bin einfach in die Praxis gegangen. Die Arzthelferin war aber sehr freundlich und hat mir einen Termin für den nächsten Tag gegeben. Heute mache ich Termine oft online. In meiner Heimat geht man eher direkt ins Krankenhaus, wenn man krank ist.“

Welche Fehler passieren oft bei der Bildbeschreibung?

  1. Nur Gegenstände aufzählen. „Ein Tisch, ein Laptop, eine Tasse.“ Beschreiben Sie lieber Personen und Handlung – das ergibt Sätze mit Verben.
  2. Zu lange beim Bild bleiben. Wer zwei Minuten jedes Detail beschreibt, hat keine Zeit mehr für die eigenen Erfahrungen. Unser Richtwert: Nach etwa einer Minute wechseln Sie zu sich.
  3. Keine eigene Erfahrung erzählen. Der Teil heißt „Über Erfahrungen sprechen“. Ohne ein eigenes Erlebnis fehlt der Kern der Aufgabe.
  4. Allgemeine Sätze statt einer Geschichte. „Sport ist gesund“ ist richtig, aber leer. Erzählen Sie, wann, wo und mit wem Sie etwas erlebt haben.
  5. Schweigen, wenn ein Wort fehlt. Umschreiben Sie: „Ich weiß das Wort nicht, aber man braucht es, wenn man …“ oder benutzen Sie ein einfacheres Wort.
  6. Bei Nachfragen nur „ja“ oder „nein“ sagen. In 2B gibt es eigene Punkte für die Antworten. Ergänzen Sie immer einen Grund oder ein Beispiel.

Wie wird Teil 2 bewertet?

Im Sprechen gibt es maximal 100 Punkte. Für die Aufgabenbewältigung in Teil 2 vergeben die Prüfenden bis zu 10 Punkte in 2A und bis zu 10 Punkte in 2B – zusammen 20 der 50 Punkte für die Aufgabenbewältigung. Die übrigen 50 Punkte gelten für das ganze Gespräch: Aussprache/Intonation 10, Flüssigkeit 10, Korrektheit 15 und Wortschatz 15.

Die zwei Prüfenden bewerten unabhängig voneinander, das Ergebnis ist der Mittelwert. Mit 75–100 Punkten im Sprechen erreichen Sie B1, mit 35–74,5 Punkten A2. Für das Zertifikat B1 brauchen Sie B1 im Sprechen und B1 in „Hören und Lesen“ oder im Schreiben. Wie die Teilergebnisse zusammenkommen, steht in DTZ Prüfung B1.

Wie übe ich Teil 2 ohne Übungsseite?

Ehrlich gesagt: Für DTZ Sprechen Teil 2 gibt es auf LexDeutsch im Moment keine eigene Übungsseite. Es gibt die Übungsseite für Sprechen Teil 1 mit Satzbausteinen, die Sie auch hier brauchen (Wohnort, Arbeit, Familie). Für Teil 2 können Sie gut allein oder zu zweit üben:

  1. Suchen Sie Fotos aus Zeitschriften, Prospekten oder aus Ihrem eigenen Handy, auf denen Menschen etwas tun.
  2. Beschreiben Sie jedes Bild laut nach den fünf Schritten: Thema, Personen, Ort, Handlung, eigene Erfahrung. Nehmen Sie sich auf.
  3. Hören Sie sich die Aufnahme an: Haben Sie nach etwa einer Minute zu sich gewechselt? Haben Sie ein konkretes Erlebnis erzählt?
  4. Üben Sie zu zweit: Eine Person beschreibt, die andere stellt danach zwei Fragen wie die Prüfenden in 2B.
  5. Das offizielle Beispiel-Aufgabenblatt für Teil 2 finden Sie im Übungssatz 1 und im Übungssatz 2 von g.a.s.t. (PDF).

Danach folgt in der Prüfung Teil 3, in dem Sie zu zweit etwas planen. Redemittel und einen Beispieldialog finden Sie in DTZ Sprechen Teil 3, die Vorstellung in DTZ Sprechen Teil 1.

Quellen und offizielle Informationen

Die Angaben zu Aufbau, Punkten und Regeln auf dieser Seite stammen aus diesen Dokumenten der Prüfungsanbieter und Behörden. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung beim Anbieter.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Bildbeschreibung im DTZ?

Teil 2 dauert ca. 6 Minuten für beide Personen zusammen, inklusive der Fragen der Prüfenden. Unser Tipp: etwa eine Minute für das Bild, dann eine Minute für eigene Erfahrungen.

Bekommen beide Personen dasselbe Bild?

Nein. Jede Person bekommt ein eigenes Bild. Beide Bilder gehören aber zum selben Thema.

Muss ich nur das Bild beschreiben?

Nein. Sie sagen, was auf dem Bild zu sehen ist und welche Situation es zeigt, und sprechen dann über Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema. Danach stellen die Prüfenden Fragen.

Gibt es Vorbereitungszeit für Teil 2?

Der offizielle Übungssatz von g.a.s.t. nennt für die mündliche Prüfung keine Vorbereitungszeit. Unser Tipp: Üben Sie, ein unbekanntes Bild ohne Notizen direkt zu beschreiben.

Wie viele Punkte gibt es für Teil 2?

Für die Aufgabenbewältigung gibt es bis zu 10 Punkte in Teil 2A und bis zu 10 Punkte in Teil 2B. Aussprache, Flüssigkeit, Korrektheit und Wortschatz zählen für das ganze Gespräch.

Was sage ich, wenn ich etwas auf dem Bild nicht erkenne?

Sagen Sie es offen und vermuten Sie: „Ich bin nicht sicher, aber vielleicht ist das …“ oder „Es sieht so aus, als ob …“. Vermutungen sind auf B1 ganz normal.

Kann ich Teil 2 auf LexDeutsch üben?

Eine eigene Übungsseite für Teil 2 gibt es im Moment nicht. Auf der Seite Sprechen Teil 1 üben Sie Sätze über sich selbst, die Sie auch in Teil 2 brauchen; die Reihenfolge und die Redemittel auf dieser Seite helfen beim Üben mit eigenen Bildern.

Weiterlesen und üben

Quellen: Übungssatz 1 und 2 „Deutsch-Test für Zuwanderer A2–B1“, g.a.s.t., Juni 2024 (mündliche Prüfung, Punkte im Sprechen). Alle Beispielantworten und Themenlisten auf dieser Seite sind eigene Beispiele von LexDeutsch, keine Prüfungsaufgaben. LexDeutsch ist ein unabhängiges Lernportal und steht in keiner Verbindung mit g.a.s.t., der telc gGmbH oder dem BAMF.