DTZ · Sprechen Teil 1

DTZ Sprechen Teil 1: Über sich sprechen – Ablauf und Beispiele

Aktualisiert: ·

Wie läuft DTZ Sprechen Teil 1 ab?

Die mündliche Prüfung im Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) machen Sie in der Regel zu zweit mit zwei lizenzierten Prüfenden. Für ein Paar sind ca. 20 Minuten geplant: etwa 16 Minuten Gespräch in drei Teilen und etwa 4 Minuten, in denen die Prüfenden beraten. Teil 1 „Über sich sprechen“ ist der Anfang und dauert ca. 4 Minuten – für beide Personen zusammen.

Beide bekommen dasselbe Aufgabenblatt mit Stichpunkten. Im offiziellen Übungssatz 1 von g.a.s.t. sind das: Name, Geburtsort, Wohnort, Arbeit/Beruf, Familie und Sprachen. Sie sprechen nacheinander. Nach Ihrer Vorstellung stellen die Prüfenden eine Zusatzfrage. Eine Vorbereitungszeit nennt der Übungssatz nicht.

TeilWas Sie tunAufgabenbewältigung
1A Über sich sprechensich mit Hilfe der Stichpunkte vorstellenbis zu 5 Punkte
1B Auf Nachfragen reagierendie Fragen der Prüfenden zu Ihrer Person beantwortenbis zu 5 Punkte

Bei rund zwei Minuten pro Person haben Sie also etwa eine Minute für die Vorstellung und etwa eine Minute für die Nachfragen. Das ist keine offizielle Aufteilung, aber ein guter Richtwert für das Üben: Eine Vorstellung von 20 Sekunden ist zu kurz, eine von drei Minuten lässt keine Zeit für 1B.

Welche Fragen kommen in Teil 1B?

Im Übungssatz steht, dass die Prüfenden nach Ihrer Vorstellung eine Zusatzfrage stellen. Unser Tipp: Üben Sie mit Fragen, die an Ihre Stichpunkte anschließen und mehr als eine Information verlangen – Fragen nach dem Alltag, nach Gründen und nach Zielen.

  • Zum Wohnort: „Was kann man in Ihrer Stadt am Wochenende machen?“, „Wie kommen Sie zum Kurs?“
  • Zur Arbeit: „Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?“, „Was ist an Ihrer Arbeit anstrengend?“
  • Zur Familie: „Wie verbringen Sie den Sonntag mit Ihrer Familie?“, „Besuchen Sie Ihre Verwandten oft?“
  • Zu den Sprachen: „In welchen Situationen sprechen Sie Deutsch?“, „Welche Sprache sprechen Ihre Kinder am liebsten?“
  • Zu Zielen: „Wo möchten Sie in fünf Jahren arbeiten?“

Das sind unsere eigenen Beispiele, keine Fragen aus der Prüfung. Sie zeigen aber das Prinzip: Wer zu jedem Stichpunkt schon zwei, drei Sätze im Kopf hat, findet auch auf eine unerwartete Nachfrage einen Anfang.

Wie baue ich meine Vorstellung auf: A2 oder B1?

Ein kurzer Satz pro Stichpunkt gibt eine Information, erzählt aber wenig über Sie. Unser Tipp ist die W-Erweiterung: Stellen Sie sich zu jedem Stichpunkt selbst zwei W-Fragen – „Seit wann?“ oder „Wie?“ und „Warum?“ – und beantworten Sie sie im selben Satz oder im nächsten. So entstehen fast automatisch Zeitangaben, Nebensätze und Begründungen.

StichpunktEinfach (eher A2)Ausgebaut (Ziel B1)
NameIch heiße Ayşe Demir.Ich heiße Ayşe Demir. Demir ist mein Nachname nach der Hochzeit, er bedeutet auf Türkisch „Eisen“.
GeburtsortIch bin aus Izmir.Geboren und aufgewachsen bin ich in Izmir, direkt am Meer. Mit 25 bin ich nach Deutschland gekommen.
WohnortIch wohne in Mannheim.Seit drei Jahren lebe ich in Mannheim, im Stadtteil Neckarstadt, weil meine Schwester dort schon eine Wohnung hatte.
Arbeit/BerufIch arbeite im Altenheim.Zurzeit arbeite ich als Pflegehelferin in einem Altenheim. Die Arbeit ist körperlich schwer, aber ich mag die Gespräche mit den alten Menschen.
FamilieIch habe zwei Kinder.Wir haben zwei Kinder: Elif geht in die Kita, Can ist schon in der zweiten Klasse. Mein Mann arbeitet im Schichtdienst bei der Post.
SprachenIch spreche Türkisch und Deutsch.Zu Hause sprechen wir Türkisch, mit den Kindern immer öfter auch Deutsch. Englisch hatte ich in der Schule, aber ich habe viel vergessen.

Schauen Sie, was in der rechten Spalte dazukommt: eine Zeitangabe („seit drei Jahren“, „mit 25“), ein Grund („weil meine Schwester …“), ein Gegensatz („aber ich mag …“). Unser Tipp: Mit diesen Mitteln klingt Ihre Vorstellung ausführlicher, und keines davon ist schwer.

Ein Beispiel: Vorstellung und Nachfrage

So kann eine Vorstellung von etwa einer Minute klingen (eigenes Beispiel, Person: Ana, 41):

„Guten Tag, mein Name ist Ana Rusu. Ich komme aus Chișinău, der Hauptstadt der Republik Moldau. Seit zwei Jahren wohne ich in Erfurt, zusammen mit meinem Sohn. Er ist sechzehn und macht bald seinen Schulabschluss. Von Beruf bin ich Köchin. In Moldau habe ich in einem Restaurant gearbeitet, hier koche ich in der Kantine eines Krankenhauses. Dort beginnt mein Tag schon um sechs Uhr, dafür habe ich nachmittags frei. Meine Muttersprache ist Rumänisch, außerdem spreche ich Russisch. Deutsch lerne ich im Integrationskurs, und in der Küche übe ich jeden Tag mit meinen Kolleginnen.“

Eine mögliche Nachfrage und eine Antwort, die das Gespräch weiterführt:

  • Prüfende Person: „Was kochen Sie in der Kantine?“
  • Ana: „Jeden Tag gibt es drei Gerichte, eins davon ist immer vegetarisch. Ich bin vor allem für die Suppen zuständig. Am Anfang kannte ich viele Gemüsesorten nur auf Rumänisch, inzwischen kenne ich die deutschen Namen.“
  • Prüfende Person: „Und was möchte Ihr Sohn nach der Schule machen?“
  • Ana: „Er möchte eine Ausbildung als Mechatroniker machen. Er hat schon ein Praktikum in einer Werkstatt gemacht, und das hat ihm gut gefallen.“

Warum das gut funktioniert: Jede Antwort beginnt direkt mit dem Inhalt der Frage, hat zwei bis drei Sätze und endet mit einem Detail, an das die nächste Frage anschließen kann.

Welche typischen Fehler sollten Sie vermeiden?

  1. Das Blatt wie ein Formular abarbeiten. „Name: Ana. Wohnort: Erfurt. Beruf: Köchin.“ So entstehen keine Sätze. Bilden Sie zu jedem Stichpunkt einen ganzen Satz mit Verb.
  2. Nur im Präsens sprechen. Ihr Lebenslauf hat eine Vergangenheit: „Ich habe in einem Restaurant gearbeitet“, „Ich bin 2023 nach Deutschland gekommen“. Ein, zwei Sätze im Perfekt machen die Vorstellung lebendiger.
  3. Orte und Namen nicht erklären. „Ich komme aus Bălți“ sagt den Prüfenden vielleicht nichts. Ergänzen Sie kurz: „… das ist eine Stadt im Norden von Moldau.“
  4. Vor Aufregung zu schnell sprechen. Wer schnell spricht, verschluckt Endungen und verliert Zeit mit Korrekturen. Machen Sie nach jedem Stichpunkt eine kleine Pause.
  5. Bei einer unklaren Frage schweigen. Fragen Sie nach – das ist Teil eines normalen Gesprächs: „Entschuldigung, meinen Sie meine Arbeit hier oder in meinem Heimatland?“
  6. Glauben, man müsse alles Private erzählen. Wenn Sie über ein Thema nicht sprechen möchten, sagen Sie das höflich und bieten Sie etwas anderes an: „Darüber spreche ich nicht so gern, aber ich kann gern von meiner Arbeit erzählen.“

Redemittel für Teil 1

Diese Sätze passen zu allen sechs Stichpunkten des Übungssatzes. Lernen Sie zu jedem Stichpunkt zwei Varianten, dann klingt Ihre Vorstellung nicht wie ein Formular.

WofürRedemittel
Begrüßung, Name„Guten Tag, mein Name ist …“ · „Ich heiße …, meine Freunde nennen mich …“
Geburtsort„Ich bin in … geboren.“ · „… liegt im Norden/Süden von …“
Wohnort„Seit … wohne ich in …“ · „Hier gefällt mir, dass …“
Arbeit/Beruf„Von Beruf bin ich …“ · „Im Moment arbeite ich als …“ · „Früher habe ich als … gearbeitet.“
Familie„Ich bin verheiratet/ledig.“ · „Wir haben … Kinder, sie gehen in …“
Sprachen„Meine Muttersprache ist …“ · „Deutsch lerne ich seit …“
Nachfrage nicht verstanden„Entschuldigung, können Sie das bitte wiederholen?“ · „Meinen Sie …?“
Zeit gewinnen„Das ist eine gute Frage. Lassen Sie mich kurz überlegen.“

Auf der Seite Sprechen Teil 1 gibt es einen Baukasten mit Satzbausteinen zu jedem Stichpunkt und zwei vollständige Beispielvorstellungen mit Übersetzung in mehrere Sprachen.

Wie wird Teil 1 bewertet?

Im Sprechen gibt es maximal 100 Punkte. Die Hälfte davon ist die Aufgabenbewältigung, getrennt nach Teilen: Teil 1A 5, Teil 1B 5, Teil 2A 10, Teil 2B 10 und Teil 3 20 Punkte. Die andere Hälfte bewerten die Prüfenden über das ganze Gespräch: Aussprache/Intonation 10, Flüssigkeit 10, Korrektheit 15 und Wortschatz 15 Punkte.

Für Teil 1 bedeutet das: 10 Punkte hängen direkt an der Vorstellung und den Antworten auf die Nachfragen. Gleichzeitig ist Teil 1 der erste Eindruck von Ihrer Aussprache, Ihrem Sprechtempo und Ihrem Wortschatz – diese Kriterien gelten für alle drei Teile.

Die zwei Prüfenden bewerten unabhängig voneinander und müssen sich nicht auf eine gemeinsame Bewertung einigen; das Ergebnis ist der Mittelwert. Mit 75–100 Punkten erreichen Sie im Sprechen B1, mit 35–74,5 Punkten A2. Ohne B1 im Sprechen gibt es kein Zertifikat B1, und mit „unter A2“ im Sprechen gibt es gar kein Zertifikat. Mehr zur Berechnung erklärt DTZ Prüfung B1.

Wie bereite ich mich in zwei Wochen auf Teil 1 vor?

  1. Tag 1–2: Schreiben Sie zu jedem der sechs Stichpunkte einen einfachen Satz und erweitern Sie ihn dann mit zwei W-Fragen („Seit wann?“, „Warum?“). Nehmen Sie dafür den Baukasten Teil 1 als Hilfe.
  2. Tag 3–4: Sprechen Sie die Vorstellung laut, ohne Zettel. Nehmen Sie sich mit dem Handy auf und hören Sie: Wo stocken Sie, wo fehlt ein Verb?
  3. Tag 5–7: Bitten Sie eine Person aus dem Kurs oder der Familie, Ihnen nach der Vorstellung zwei Fragen zu stellen. Antworten Sie jedes Mal mit zwei bis drei Sätzen.
  4. Tag 8–10: Ändern Sie die Reihenfolge der Stichpunkte und beginnen Sie mal mit der Familie, mal mit der Arbeit. So merken Sie, ob Sie Bausteine können oder nur einen Text.
  5. Tag 11–14: Üben Sie Teil 1 zusammen mit Teil 2 und Teil 3, damit Sie nach der Vorstellung nicht „abschalten“: Bildbeschreibung Teil 2 und Teil 3 – gemeinsam etwas planen.

Eine Garantie gibt es dabei nicht. Wer seine Vorstellung aber frei, in ganzen Sätzen und mit eigenen Details sprechen kann, beginnt die Prüfung ruhiger – und das hilft in allen drei Teilen.

Quellen und offizielle Informationen

Die Angaben zu Aufbau, Punkten und Regeln auf dieser Seite stammen aus diesen Dokumenten der Prüfungsanbieter und Behörden. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung beim Anbieter.

Häufige Fragen

Wie lange dauert DTZ Sprechen Teil 1?

Teil 1 dauert ca. 4 Minuten für beide Personen zusammen. Die ganze mündliche Prüfung dauert ca. 16 Minuten, dazu kommen etwa 4 Minuten Beratung der Prüfenden.

Gibt es vor Teil 1 eine Vorbereitungszeit?

Der offizielle Übungssatz von g.a.s.t. nennt für die mündliche Prüfung keine Vorbereitungszeit. Unser Tipp: Üben Sie so, dass Sie ohne Notizen direkt mit der Vorstellung beginnen können.

Welche Stichpunkte stehen auf dem Aufgabenblatt?

Im Übungssatz 1 sind es Name, Geburtsort, Wohnort, Arbeit/Beruf, Familie und Sprachen. Beide Personen bekommen dasselbe Blatt und stellen sich nacheinander vor.

Darf ich meine Vorstellung auswendig lernen?

Ein ganzer auswendig gelernter Text hilft wenig, denn danach kommen Nachfragen. Unser Tipp: Lernen Sie zu jedem Stichpunkt zwei bis drei Sätze als Bausteine und üben Sie, sie in verschiedener Reihenfolge frei zu sprechen.

Was mache ich, wenn ich eine Frage nicht verstehe?

Fragen Sie nach, zum Beispiel: „Entschuldigung, können Sie die Frage bitte wiederholen?“ oder „Meinen Sie meine Arbeit hier oder in meinem Heimatland?“ Danach antworten Sie mit zwei bis drei Sätzen.

Wie viele Punkte gibt es für Teil 1?

Für die Aufgabenbewältigung gibt es in Teil 1A und 1B je bis zu 5 Punkte, zusammen 10 von 100. Aussprache, Flüssigkeit, Korrektheit und Wortschatz bewerten die Prüfenden über das ganze Gespräch.

Kann ich Teil 1 auf LexDeutsch üben?

Ja. Auf der Seite Sprechen Teil 1 gibt es einen Baukasten mit Satzbausteinen zu jedem Stichpunkt und zwei Beispielvorstellungen, ohne Anmeldung. Für Teil 2 und Teil 3 gibt es im Moment keine Übungsseite, aber Ratgeber mit Redemitteln und Beispielen.

Weiterlesen und üben

Quellen: Übungssatz 1 „Deutsch-Test für Zuwanderer A2–B1“, g.a.s.t., Juni 2024 (mündliche Prüfung, Punkte im Sprechen); BAMF, Seite „Abschlussprüfung“. Alle Beispiele auf dieser Seite sind eigene Beispiele von LexDeutsch, keine Prüfungsaufgaben. LexDeutsch ist ein unabhängiges Lernportal und steht in keiner Verbindung mit g.a.s.t., der telc gGmbH oder dem BAMF.